Mittwoch, 19. März 2008

Die Arnold-Galerie in Schorndorf

Die CDU schreibt in einer ganzseitigen Anzeige im Sonntags Journal vom 16.03.2008:

"... Der Bürgermeister von Schorndorf hat mitgeteilt, dass er die Firma IVMG nicht kennt und die Firma I.I.C. (Mitarbeiterzahl 1) nicht am angeblich erfolgreichen Projekt Arnold-Galerie beteiligt war. Der in Bremerhaven aufgetretene Investor war ein Mitarbeiter der Baufirma, die mit der Stadt Schorndorf das Projekt Arnold-Galerie umgesetzt hat. Dass dieses Projekt, das sei angemerkt, zu 75 % von öffentlichen Mietern wie Arbeitsamt, Finanzamt etc. genutzt wird, macht deutlich, dass die Umsetzung sehr einfach war. Wenn die öffentliche Hand als sicherer Mieter auftritt, geben sich Investoren die Klinke in die Hand. ..."


Ich habe Frau Koch, die Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Schorndorf, nach ihren Erfahrungen mit Herrn Hoffmann von der Firma I.I.C. gefragt, die sich als Investor für die Entwicklung des Kistner Geländes interessiert. Frau Koch wird auf der Internetseite mit dem Titel "Das sanierte Arnold-Areal", welches von Herrn Hoffmann als Referenzobjekt genannt wurde, namentlich erwähnt. Ihre Antwort, insbesondere bezüglich des Erfolgs und der Nutzung des Arnold-Areals hört sich völlig anders an, als der o.g. Abschnitt in der Anzeige der CDU.



Herr Hoffmann, jetzt I.I.C., sei für die Firma Leonhard Weiss Projektentwicklung GmbH tätig gewesen, welche für 75% des Projekts verantwortlich war. Herr Hoffmann habe sich in seiner damaligen Funktion für die Stadt als sehr guter Partner erwiesen. In seiner neuen Funktion bei der I.I.C. habe Frau Koch noch nichts mit ihm zu tun gehabt.


Nicht, wie von der CDU behauptet, 75% der Arnold-Areals werde von öffentlichen Einrichtungen genutzt, sondern 40% des von der Stadt Schorndorf selbst umgebauten und vermarkteten Anteils von 25% des Arnold-Areals. Das wären dann gerade einmal 10% des gesamten Arnold-Areals! In Bezug auf die in der Anzeige der CDU vertretene Meinung, wenn die öffentliche Hand als sicherer Mieter auftrete, würden sich die Investoren die Klinke in die Hand geben, weist Frau Koch darauf hin, dass die Verhandlungen mit der Agentur für Arbeit, die der einzige Mieter der öffentlichen Hand im Bereich des von der Firma Leonhard Weiss Projektentwicklung vermarkteten Teils des Arnold-Areals ist, alles andere als einfach gewesen seien.


Mit großflächigem Einzelhandel und kundenstarken sonstigen Nutzungen durch einen Mix aus Handel, Dienstleistung, Gastronomie, Freizeit, Wohnen, Kultur, Bildung und sozialen Einrichtungen sei ein sehr guter Nutzungsmix mit unterstützender Frequenz für die Innenstadt erreicht worden. Nicht umsonst sei dieses Konzept von der Region Stuttgart beim Wettbewerb Modellprojekt innenstädtischer Einzelhandel mit einem ersten Preis ausgezeichnet worden.



Herr Hoffmann ist also "der in Bremerhaven aufgetretene Investor" der sich als "Mitarbeiter der Baufirma", mit der die Stadt Schorndorf deren gemeinsames Projekt Arnold-Galerie umgesetzt hat, als sehr guter Partner erwiesen hat. Wenn man den Schorndorfer Bürgermeister fragt, ob er die Firma I.I.C. kennt, bekommt man zu Antwort, er kenne diese Firma nicht. Wenn man aber die Person nach ihrer Erfahrung mit Herrn Hoffmann fragt, die erfolgreich mit ihm im Projekt Umgestaltung des Arnold-Areals zusammen gearbeitet hat, dann bekommt man eine sehr detailierte Antwort zum Umfang des Projekts, zur Person von Herrn Hoffmann und die Information, dass dieser jetzt für die I.I.C. tätig ist.


Man muss eben nur den richtigen Personen die richtigen Fragen stellen. Die Firma IVMG war übrigens nicht Partner der Firma Leonhard Weiss Projektentwicklung GmbH im Projekt der Stadt Schorndorf. Daher ist es auch nicht verwunderlich, wenn der Bürgermeister von Schorndorf auch diese Firma nicht kennt.


Ich frage ich mich, wie die CDU Bremerhaven zu ihrer herablassenden Darstellung über Herrn Hoffmann und die Arnold-Galerie in Schorndorf kommt, während Frau Koch Herrn Hoffmann aufgrund ihrer Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit ihm als "sehr guten Partner" beschreibt, und völlig andere Aussagen über die Auslastung und den Erfolg der Arnold-Galerie macht.


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