Nachdem er über eine sehr lange Zeit jegliche körperliche Gewalt während seiner Jahre als Stadtpfarrer von Schrobenhausen gegen Kinder des dortigen Kinderheims St. Josef geleugnet hatte (Zitat aus dem Donaukurier vom 16.04.2010: "Ein Priester muss gewaltlos sein. Ich habe mich daran immer gehalten"), gab Herr Mixa am letzten Freitag in einer schriftliche Erklärung endlich zu: "Wenn jetzt das Thema auf die Frage nach Ohrfeigen zugespitzt wird, will ich ganz ehrlich sagen, dass ich als langjähriger Lehrer und Stadtpfarrer im Umgang mit sehr vielen Jugendlichen die eine oder andere Watschen von vor 20 oder 30 Jahren natürlich nicht ausschließen kann. Das war damals vollkommen normal und alle Lehrer und Schüler dieser Generation wissen das auch." Das berichtete die Nordsee-Zeitung in ihrer Ausgabe vom letzten Samstag.
Der Herr Bischof hat also gelogen.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass körperliche Gewalt damals überhaupt nicht "vollkommen normal" war - jedenfalls nicht an den staatlichen Schulen, die ich während meiner Schulzeit besucht habe. Ich habe nur ein einziges Mal einen Englisch-Lehrer erlebt, der - damals eigentlich bereits kurz vor der Rente - von Zeit zu Zeit sein Schlüsselbund quer durch den Klassenraum fliegen ließ, wobei er des öfteren auch sein Ziel verfehlte. Wenn er einen Treffer gelandet hatte, sagte er: "You have been warned." In den anderen Fällen forderte er die in der Nähe der Einschlagstelle seines Wurfgeschosses sitzenden Mitschüler auf, dieses aufzuheben und auf den Lehrertisch zu legen. Dieser Lehrer schlug sich aber auch immer wieder mit dem Handballen gegen die Stirn, und rief: "Ätsch, ich bin man doof!", wenn unsere Antworten auf seine Fragen nicht zu seiner Zufriedenheit ausfielen.
Auch wenn er Wert auf das "Dr." vor seinem Namen legte: Respekt hat er sich mit seinem Verhalten bei uns nicht erworben, und "normal" war das mit Sicherheit auch nicht.
Herr Mixa sollte sich also mit Verallgemeinerungen besser zurückhalten. Zumal die Nordsee-Zeitung berichtete, ein ehemaliges Heimkind habe in einer eidesstattlichen Erklärung erklärt, es sei 1976 von Herrn Mixa "mit voller Wucht ins Gesicht" geschlagen worden. Andere eidesstattliche Erklärungen ehemaliger Heimzöglinge sprächen von brutalen Prügelattacken des Herrn Mixa mit Faust und Stock. Das wäre schon deutlich mehr als die eine oder andere Ohrfeige. Dahingegen ist das fliegende Schlüsselbund des bedauernswerten, unrespektierten, promovierten Englisch-Lehrers nur noch eine verstaubte Geschichte aus der "guten alten Zeit".
Unabhängig davon, was bei den Ermittlungen zu den Vorwürfen, Herr Mixa habe als Stadtpfarrer Gelder einer Waisenhausstiftung veruntreut (der Donaukurier berichtete am letzten Freitag über eine Summe in Höhe von mutmaßlich 263138 DM), herauskommen sollte: Unglaubwürdig hat er sich schon jetzt gemacht. Das, was da jetzt so nach und nach bekannt wird, verträgt sich in keiner Weise mit den moralischen Ansprüchen eines hochrangigen Kirchenamtes. Im Gegensatz zum Verhalten meines damaligen Englisch-Lehrers fällt das Verhalten Herrn Mixa's nämlich nicht nur auf ihn selbst zurück. Er sollte deshalb dem Beispiel seiner evangelischen Amtskollegin folgen, die schon allein aufgrund eines Fehlverhaltens im privaten Bereich von ihrem Bischofsamt zurücktrat, bevor er wegen seiner dienstlichen Verfehlungen den ohnehin bereits angeschlagenen Ruf seiner katholischen Kirche noch weiter beschädigt.
(NZ, 17.04.2010, Donaukurier vom 16.04.2010)
Sonntag, 18. April 2010
Freitag, 16. April 2010
Heinrichstraße 40 - Abschiedsparty
Bremerhaven, Lehe: Abschiedsparty in der Heinrichstraße
Gestern nahmen Nachbarn des ehemaligen Hauses Heinrichstraße 40, Anwohner aus dem Viertel etc. mit einer Straßenparty Abschied von einem alten Haus mitten im Gründerzeit Quartier im Süden des Bremerhavener Stadtteils Lehe.
Auch das Regionalmagazin "Buten & Binnen" von Radio Bremen berichtete gestern Abend über das Ereignis. Dort war die Rede von insgesamt 40 verwahrlosten Häusern, denen möglicherweise ein ähnliches Schicksal bevorstehen könnte, sofern sie sich nicht mehr sanieren lassen sollten. Ich hoffe, der Schaden wird sich in Grenzen halten.
Dafür, dass der Abriss der ersten beiden verwahrlosten Immobilien im Quartier jetzt überhaupt möglich wurde, hat die Stadt laut Herrn Holm (CDU, Baustadtrat) große Anstrengungen unternehmen müssen. Grundlage dafür ist ein eigens dafür geschaffenes Ortsgesetz. Aufkaufen und Abreißen wird aber ja wohl hoffentlich keine Dauerlösung für diese Art von Problemen sein. Letztlich wird es darauf ankommen müssen, gesetzliche Regelungen zu schaffen, mit deren Hilfe flüchtige Eigentümern und Spekulanten so rechtzeitig enteignet werden können, dass es gar nicht erst zu irreperablen Schäden an der Bausubstanz der betroffenen Gebäude kommen kann. denn:
Eigentum verpflichtet!
Donnerstag, 15. April 2010
Gar nicht witzig!

Bremerhaven, Februar 2010: Bauplatz der Eissporthalle neben der Stadthalle
Gestern berichtete die Nordsee-Zeitung über die Grundsteinlegung für den Bau der neuen Eissporthalle, die eigentlich Ende 2010 bereits fertiggestellt sein sollte. Herr Rogge (Firma Köster, General-Unternehmer) habe jedoch mitgeteilt, dass es aufgrund des besonders harten Winters zu Verzögerungen gekommen sei.
Der zuletzt genannte Termin, März 2011, für Eröffnung könnte jedoch eingehalten werden. Dazu zitierte die Nordsee-Zeitung in ihrem Bericht Herrn Busch(Fischtown Pinguins, Geschäftsführer): "Könnte, würde und hätte sind schlechte Berater. Wir planen die Saison komplett in der alten Halle."
Falls noch einmal die gleiche Zeit wie vom ersten Spatenstich im Februar 2009 bis zur Grundsteinlegung im April 2010 ins Land gehen sollte, dann könnte seine Skepsis möglicherweise nicht ganz unbegründet sein. Anfang 2009 gab es noch ungeklärte Fragen zur Finanzierung der Halle, die damals letztlich auf 15,4 Millionen Euro begrenzt werden sollten. Jetzt ist von etwa 16 Millionen Euro die Rede, und Herr Rogge habe gesagt, er rechne mit Mehrkosten von 200000 bis 300000 Euro, die in Relation zu den Gesamtkosten aber ein Witz seien.
Selbst der "beschlossenen Rahmen" von 15,4 Millionen Euro könnte der Stadt in Anbetracht der leeren Kassen irgendwann das Genick brechen. Vielleicht sollte jemand Herrn Rogge einmal darüber aufklären, dass es inzwischen mehr als genug Menschen in Bremerhaven gibt, die nach den Erfahrungen der letzten 10 Jahre mit diversen Bauprojekten in dieser Stadt über derartige Witze überhaupt nicht mehr lachen können!
Rückblick "Projekt Eissporthalle":
- Im Jahre 2007 war für den Bau einer neuen Eissporthalle für den örtlichen Eihockeyclub "Fishtown Pinguins" und seiner Fans ist von Baukosten in Höhe von 12 Millionen Euro die Rede.
- Die in der Presse bekannt werdenden veranschlagten Baukosten steigen bis April 2008 stetig auf 18,4 Millionen Euro.
- Im Juni 2008 stellt Herr Teiser (CDU, Bürgermeister und Kämmerer) eine Rechnung auf, nach der sich die Gesamtkosten für die geplante neue Eissporthalle über 25 Jahre summiert auf 85 Millionen Euro belaufen würden.
- Im März 2009 liegen 6 neuen Angebote vor. Alle sind teurer als der von der Stadt Bremerhaven beschlossene Rahmen von 14,3 Millionen Euro. Selbst der günstigste Anbieter verlangt 4,2 Millionen Euro mehr.
- Im Frühjahr 2009 wird das zum Auslöser einer Diskussion, die letztlich zu Nachverhandlungen mit dem billigsten Anbieter führen.
- Am 20. Juni 2009 heißt es, der Kostenrahmen von 15,4 Millionen Euro wird von dem neuen Angebot für den Bau der Halle eingehalten, und am 21.06.2009 entscheidet sich Aufsichtsrat der Stadthalle für die schlankeren Pläne, "die im Kostenrahmen von 15,7 Millionen Euro liegen". Das sind schon einmal 300000 Euro mehr als noch am Tag zuvor. Wenig später ist die Rede von knapp 18 Millionen Euro (jetzt inclusive der Grundstücks- und Erschließungskosten).
- Im August 2009 soll die Eissporthalle nach der Amputation des Vordachs, sowie einiger in der Nordsee-Zeitung nicht weiter genannten Details, wohl etwas billiger ausfallen. Mit ihrer Zustimmung macht die SPD am 24.08.2009 den Weg frei für die Auftragsvergabe zum Bau einer Eissporthalle für 15,7 Millionen Euro.
(Quelle: Nordsee-Zeitung vom 14.04.2010, sowie diverse Ausgaben in 2008, 2009)
Mittwoch, 14. April 2010
Versicherungsfreie Atom-Autos
Autos mit Atomantrieb sind toll. Die braucht man nämlich nicht zu versichern. Da kann man ganz viel Geld sparen. Außerdem spart man viel Geld für's Benzin. Man muss nämlich nur alle 10 Jahre einmal den Brennstab auswechseln.
Wie: Das glaubt ihr nicht? Hab' ich aber gerade gelernt.
Schaut euch doch einfach auch einmal das Video an. Anschließend seid ihr dann genau so schlau wie ich.
Dienstag, 13. April 2010
Abschied von der Heinrichstraße 40

Bremerhaven, Lehe: Das Haus Heinrichstraße Nr. 40 im August 2009
Seit rund 10 Jahren stand das Haus mit der Nummer 40 in der Heinrichstraße leer und drohte zu verfallen.
Vor etwa 5 Jahren wurde es auf einer Zwangsversteigerung erworben und Anwohner und Passanten konnten beobachten, dass mit der Sanierung des Gebäudes begonnen wurde. Nach außen hin wurde das durch die neuen Isolierglasfenster mit den weißen Kunststoffrahmen oder durch die Ausbesserungen mit Kalksandsteinen im Ziegelmauerwerk der Gründerzeit-Fassade deutlich, die identisch mit der des rechten Nachbarhauses war.

Der Bagger reißt eine Lücke in die geschlossene Zeile der Gründerzeitfassaden
Die Sanierung war jedoch ein großer Fehlschlag.
Während der Renovierung wurden wohl einige Finanzprobleme klar und die Handwerker verließen fluchtartig die ungesicherte, offene Baustelle. Erst kamen die Tauben, dann der Regen und Schnee in das offene Dachgeschoss. Irgenwann war die Geschossdecke im hinteren Bereich des Hauses durchgeweicht, stürzte ein und riss die darunterliegenden Böden und Decken mit in die Tiefe. Als dann lange Zeit keine Bautätigkeiten mehr stattgefunden hatten, erwarb die Stadt Bremerhaven das Haus, nachdem sie einen externen Moderator zur Vermittlung mit dem damaligen Eigentümer eingeschaltet hatte.
Von diesem Zeitpunkt an wurden die Befürchtungen schnell zur Gewissheit: Das Gebäude war nicht mehr zu retten, und musste abgerissen werden.

Das Haus Heinrichstraße 40 ist Geschichte (April 2010)
Jetzt wollen wir Abschied von einem alten Gründerzeithaus nehmen. Dazu findet am Donnerstag, dem 15. April, eine Abrissparty statt.
- Ab 14:00 Uhr wird ein Chor der Astrid-Lindgren-Schule für Unterhaltung sorgen. Um 14:30 Uhr wird Herr Holm (Baustadtrat) eine kurze Ansprache halten. Anschließend geht es weiter mit dem Chor der Astrid-Lindgren-Schule, der ab 15:30 von den Trommeln der Gruppe "BangoBango" abgelöst wird.
Während der ganzen Zeit gibt es Kaffee, Kuchen und Klönschnack, sowie kreative Basteleien zum Thema Garten ...
Garten? Auch wenn Fremde, die durch die Straßen des Quartiers gehen, und die vielfältigen, verzierten Gründerzeitfassaden betrachten, dabei nicht unbedingt an grüne Oasen denken: In den Innenhöfen des Gründezeitviertels gibt es viele davon. Das ist durch den Einblick durch die Abrisslücke jetzt auch in der Heinrichstraße sehr schön zu sehen.
Abrisslücken, besonders solche in einer geschlossenen gründerzeitlichen Blockrandbebauung, wie derjenigen in der Heinrichstraße, sind immer Zeugen trauriger Notlösungen. Verfallene Häuser sind hässliche Wunden im Stadtbild. Damit Abrisslücken jedoch nicht als ebenso hässliche Narben zurückbleiben, geht es darum, dass diese anschließend aktiv und kreativ genutzt werden. Ein einfallsloser hässlicher Bretterzaun, wie derjenige in der Rickmersstraße, östlich der Kreuzung der Goethestraße, ist da eher ein negatives Beispiel. Deshalb wurde zum Beispiel bei Arbeitstreffen der Eigentümerstandortgemeinschaft Lehe, die sich unter anderem die Aufwertung des Wohnumfeldes im Quartier zum Ziel gesetzt hat, schon intensiv über die Nutzung von Baulücken nachgedacht. Eine der dabei favorisierten Ideen für die entstandene Lücke in der Heinrichstraße wäre zum Beispiel die Anlage eines Schulgartens.
- ... Um ca. 17:00 Uhr wird die Veranstaltung, zu der Nachbarn, ehemalige Hausbewohner, Anwohner aus dem Quartier sowie alle Interessierten herzlich eingeladen sind, langsam zu Ende gehen.
Update: 14.04.2010, Details zur Vorgeschichte des Abrisses.
(Quellen: Vorgeschichte des Abrisses - H. Janßen, ESG-Lehe, H. Wenzel)
Ein derber Rückschlag für den Rückenwind
Im letzten Jahr hatte der Verein "Rückenwind für Leher Kinder" seinen Garten im Eckernfeld, dessen Anlage unter anderem auch mit mehreren tausend Euro aus Spendenmitteln finanziert wurde, mit einer Dankeschön-Party für alle Helfer eingeweiht. Für diesen Sommer waren Ausstellungen sowie Übernachtungen mit Kindern in ihrem neuen Garten geplant.
Samstag berichtete die Nordsee-Zeitung, in der vorangegangenen Nacht seien die Holzgebäude auf dem Gelände des Rückenwind-Gartens einem Brand zum Opfer gefallen. Bei der Ankunft der Feuerwehr gegen 03:00 Uhr habe die Holzhütte bereits lichterloh in Flammen gestanden. Es sei nichts mehr zu retten gewesen und Parzelle sei durch das Feuer völlig zerstört worden.
Bei dem Gedanken an die Reaktion der Kinder, als die "Rückenwind" Betreuer sie über die Zerstörung ihres Gartens informieren mussten, bin ich froh darüber, dass ich nicht in deren Haut stecke. Falls Frau Görke (Rückenwind, eine der Gründerinnen) mit ihrem Verdacht Recht behalten sollte, es könnte sich um Brandstiftung handeln, dann hoffe ich, dass die Täter schnell ermittelt und dazu verurteilt werden, unter den Augen der Kinder die Gebäude Brett für Brett eigenhändig wieder aufzubauen und den Garten neu anzulegen.
(Quelle: Nordsee-Zeitung vom 12.04.2010)
Samstag berichtete die Nordsee-Zeitung, in der vorangegangenen Nacht seien die Holzgebäude auf dem Gelände des Rückenwind-Gartens einem Brand zum Opfer gefallen. Bei der Ankunft der Feuerwehr gegen 03:00 Uhr habe die Holzhütte bereits lichterloh in Flammen gestanden. Es sei nichts mehr zu retten gewesen und Parzelle sei durch das Feuer völlig zerstört worden.
Bei dem Gedanken an die Reaktion der Kinder, als die "Rückenwind" Betreuer sie über die Zerstörung ihres Gartens informieren mussten, bin ich froh darüber, dass ich nicht in deren Haut stecke. Falls Frau Görke (Rückenwind, eine der Gründerinnen) mit ihrem Verdacht Recht behalten sollte, es könnte sich um Brandstiftung handeln, dann hoffe ich, dass die Täter schnell ermittelt und dazu verurteilt werden, unter den Augen der Kinder die Gebäude Brett für Brett eigenhändig wieder aufzubauen und den Garten neu anzulegen.
(Quelle: Nordsee-Zeitung vom 12.04.2010)
Montag, 12. April 2010
Ein neues Auto!
Bremerhaven, Bürgermeister-Smidt-Straße: Bremerhavener Seestadt-Lotterie
Manchmal muss man ja auch einmal Glück haben. Ich hatte mich am letzten Freitag nach Feierabend mit meiner Frau zum Einkaufen in der Fußgängerzone der Bürgermeister-Smidt-Straße verabredet. Sie war wohl etwas früher dort gewesen als ich, und hatte sich die Zeit mit dem Kauf eines Loses der Seestadt-Lotterie vertrieben. Als ich bei ihr am verabredeten Treffpunkt eintraf, erzählte sie mir freudestrahlend, sie habe gerade ein Auto gewonnen. Ich wollte ihr das zuerst gar nicht glauben. Dann aber griff sie in ihre Handtasche und zeigte sie mir den Beweis für ihren Gewinn. Wenn ihr auf das Bild klickt, seht ihr das Foto mit ihrem neuen Fahrzeug in der der Originalgröße.
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