Freitag, 9. Januar 2015

Tinte muss fließen ...

Internetseite von "Charlie Hebdo" nach dem Terroranschlag vom 07.01.2015
Welche Ängste müssen diese Mörder wohl ausstehen, die sich offenbar dermaßen vor spöttischen Worten oder ein paar Farb- und Bleistiftstrichen auf einem Stück Papier fürchten, dass sie meinen, sie könnten sie mit Barbarei und Terror ausradieren?

Die weltweiten Reaktionen auf den Terroranschlag zeigen, dass ihnen das nicht gelungen ist. Eines haben die Terroristen mit ihrem bestialischen Anschlag in Paris jedoch erreicht: Ebenso wie mir wird den meisten Menschen außerhalb Frankreichs die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" bisher wohl unbekannt gewesen sein - jetzt kennt sie die ganze Welt.

Mit ihrem Anschlag wollten die Mörder ihre Macht demonstrieren. Aber mit dem Tod ihrer Opfer endet ihre Macht: Den Toten können sie kein Leid mehr zufügen. Das Ansehen des Islam jedoch, in dessen Namen sie das Blutbad angerichtet haben, wird in den Augen eher unkritischer Menschen, die nicht zwischen der Religion "Islam" und dem Terror religiös verblendeter "Islamisten" unterscheiden, mit jedem Mord weiter beschädigt.

Nach dem Anschlag auf die Redaktionsräume von "Charlie Hebdo" schrieb eine junge Französin auf dem "Place de la République" in Paris immer wieder die gleichen Worte in ein Schulheft: "Tinte muss fließen und kein Blut. - Menschen sind gestorben," sagt sie im ARD-Brennpunkt vom 08.01.2015, "aber die Meinungsfreiheit ist nicht tot." Ich denke, damit wird sie wohl Recht behalten ...

Meine Gedanken sind bei den Familien, Freunden und Kollegen der Toten.


(Quellen: Tagesschau vom 09.01.2015, Tagesschau vom 08.01.2015, Deutsche Welle vom 08.01.2015, ARD-Presseschau vom 08.01.2015, ARD-Brennpunkt vom 08.01.2015 und vom 07.01.2015, Tagesschau vom 07.01.2015, Süddeutsche Zeitung vom 07.01.2015, Die Zeit vom 07.01.2015, Kurier vom 07.01.2015 - Bericht 1 und Bericht 2 )

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