Freitag, 3. Oktober 2014

Ein Job in luftiger Höhe und "Kohle" für Kohle

Keine übergroßen Insekten, ...
Was auf dem oberen Foto auf den ersen Blick aussehen mag, als würden unterhalb der Rotor Nabe übergroße Spinnen auf dem Rotorblatt der Windkraftanlage herumkrabbeln,


... sonden Jobs ...
entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als Menschen, die dort oben in luftiger Höhe ihrer Arbeit nachgehen. Der direkte Vergleich der daran arbeitenden Menschen verdeutlicht die Dimensionen dieser älteren, wohl noch zu den mittleren bis kleineren Anlagen zählenden Windkraftwerke.


... in luftiger Höhe.
Was die an den Rotoren arbeitenden Menschen mit Spinnen gemeinsam haben, ist vielleicht die Technik mit der sie sich dort oben bewegen. Wie Spinnen an ihren Fäden hängen sie bei ihrer Arbeit -  inklusive ihrer gesamten Ausrüstung - in ihren Klettergeschirren an vergleichsweise dünnen Seilen. Würde ihnen einmal ein Werkzeug aus der Hand fallen, dann wäre es sicher eine größere Aktion, es wieder heraufzuholen, bevor es mit der Arbeit weitergehen könnte.

Wie wichtig die Arbeit dieser Menschen ist, die für die Kontrolle und die Wartung der Windkraftanlagen zuständig sind zeigt die steigende Bedeutung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen, die den fossilen Klimakillern - trotz aller Behinderungen infolge der unter Gesichtspunkten des Klimaschutzes kontraproduktiven Energiepolitik der Bundesregierung - langsam aber sicher den Rang ablaufen.

Einem Artikel auf der Internetseite der ZDF-Heute Nachrichten vom 01.10.2014 zufolge lag der Anteil des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen in Deutschland in den ersten neun Monaten dieses Jahres bei 27,7 Prozent. Bye, Bye Braunkohle! hieß es dazu auf der Google+ Seite des Nachrichtenmagazins: Erstmals hätten die Erneuerbaren damit die Braunkohle bei der Stromerzeugung in Deutschland überholt.

Trotz der massiven Unterstützung seitens der Bundesregierung kam der Strom aus Braunkohlekraftwerken bis September nur noch auf einen Anteil von 26,3 Prozent. Steinkohle (18,5 Prozent) und Atomkraft (16,0 Prozent) liegen abgeschlagen auf den hinteren Rängen.


Klimaschutz geht anders

Würde die Bundesregierung den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen fördern und die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern und Uran dementsprechend zurückfahren, wären die Unterschiede inzwischen noch deutlicher sichtbar und Deutschland wäre weltweiter Vorreiter im Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe. Für andere Länder wäre das ein Anreiz unserem Beispiel zu folgen.

Statt dessen bremst die Bundesregierung die Stromerzeugung aus regernativen Energien aus und fördert - wider besseres Wissen und unter Inkaufnahme der Folgen für die Menschen in den zukünftigen Tagebaugebieten - weiterhin die Braunkohle, die unter den fossilen Energieträgern der größte Klimakiller ist.

Aufgrund des vergleichsweise geringen Kohlenstoff-Anteils, entstehen bei der Verbrennung von Erdgas im Verhältnis zur Verbrennung von Kohle und Erdöl die geringsten CO2-Emissionen. Bedingt durch den Preisverfall im EU-weiten Handel mit Verschmutzungsrechten sind Kohlekraftwerke jedoch rentabler als Gaskraftwerke. Daher war die Stromerzeugung in Gaskraftwerken mit einen Anteil von 10,4 Prozent am Energiemix erneut rückläufig. Das führte dazu, dass die CO2-Emissionen in Deutschland während der beiden letzten Jahren zugenommen haben, statt zurückzugehen.
  • Klimaschutz geht anders!
Da hilft es wenig, dass selbst der bereits von der vorangegangenen Bundesregierung abgewürgte Solarstom sich bei entprechenden Wetterbedingungen durchaus sehen lassen kann ... - trotz alledem: Am 06.06.2014 gaben die hierzulande installierten Photovoltaik-Anlagen um die Mittagszeit herum 24,2 Gigawatt an das Stromnetz ab. Das entspricht in etwa der Leistung von 20 Atomkraftwerken.


"Kohle" für Kohle

Wer Atom- und Kohlestrom abnimmt, der bekommt obendrein noch Geld dazu ... - manchmal jedenfalls. Klingt komisch? Ist aber so:
Am 11.05.2014 lieferten Wind, Sonne, Biomasse und Wasserkraft zeitweise 44 Gigawatt Strom. Das entsprch an diesem Tag etwa 75 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Weil die Atom- und Kohlekraftwerke technisch bedingt nicht schnell genug heruntergefahren werden konnten, kam es infolge des hohen Stromüberschusses zu negativen Strompreisen: Für den aus Deutschland importierten Strom bekamen ausländische Abnehmer etwa 6 Cent pro kW/h obendrauf. Umgangssprachlich ausgedrückt gab's also "Kohle" für Kohle.

Mit Gaskraftwerken wäre das nicht passiert. Die hätten sich nämlich schneller herunterfahren als Atom- und Kohlekraftwerke. Solange das aber politisch gewollt ist, wird es wohl auch weiterhin immer wieder mal "Kohle" für Kohle geben - zulasten des Klimas und der Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder ...


(Quellen: Heise Telepolis vom 13.08.2014, Heise Telepolis vom 19.08.2014, Spiegel vom 01.10.2014, Google+ ZDF-Heute vom 01.10.2014, ZDF-Heute vom 01.10.2014, Greenpeace Magazin vom 01.10.2014, Die Zeit vom 02.10.2014, Anti-Kohle-Seite vom 02.10.2014, Energiezukunft vom 02.10.2014, Handelsblatt vom 03.10.2014, Handelsblatt vom 03.10.2014, WAZ vom 03.10.2014, Klimaretter.info vom 03.10.2014, Google+ Naturstrom vom 03.10.2014, Frankfurter Rundschau - Newsticker vom 03.10.2014, Agora Energiewende vom Oktober 2014 )

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