Freitag, 21. März 2014

Ein Eisbär-Mädchen namens Lale

Seit Mittwoch hat das kleine, im Dezember 2013 im Bremerhavener "Zoo am Meer" geborene Eisbär-Mädchen einen Namen. Namensvorschläge wurden von Radio Bremen und von der Nordsee-Zeitung entgegengenommen.

Nachdem die Nordsee-Zeitung bereits vorab eine Favoritenliste mit Stand vom 15.03.2014 veröffentlicht hatte, stand aus meiner Sicht eigentlich schon fest, welchen Namen die Eisbärin bekommen würde:

Nordsee-Zeitung Radio Bremen
  Lale   Alexa
  Lili (Marleen)   Alwine
  Hilde   Hilde
  Seute Deern   Lale
  Mücke   Lili
  …   …

Der Namensvorschlag sollte einen Bezug zu Bremerhaven haben. Unter diesem Gesichtspunkt ist "Lale" wohl tatsächlich die erste Wahl: Die später unter ihrem Künstlernamen Lale Andersen bekanntgewordene Sängerin wurde 23. März 1905 im heutigen Bremerhavener Stadtteil Lehe geboren. Mit ihrem Lied "Lili Marleen" traf sie die Herzen der Soldaten auf beiden Seiten aller Fronten des Zweiten Weltkriegs und wurde zu einer Legende.

Daher war es wohl kein Wunder, dass sich die fünfköpfige Jury auf den Namen Lale einigte. Auf der Internetseite des Zoos heißt es dazu, eine Legende werde "unsere Lale" wohl nicht werden. Sie habe jedoch symbolische Kraft als Botschafterin für die Problematik des Klimawandels und für den Schutz des gefährdeten Lebensraumes "Arktis".

Genau deswegen hätte ich einen anderen Namen favorisiert, der allerdings auf den ersten Blick nichts mit Bremerhaven zu tun hat: Nanuq.

Auf den zweiten Blick wäre vielleicht das Alfred-Wegener-Institut (AWI) aufgefallen, das seit vielen Jahren in der Erforschung der Polatgebiete tätig ist. Unter anderem auch der Arbeit des AWI ist es zu verdanken, dass wir heute über den besorgniserregenden Rückgang der Eisbedeckung des Polarmeeres - dem Lebensraum der Eisbären - und über das Schmelzen des grönländischen Inlandeises informiert sind.

"Nanuq" ist in der Sprache der indigenen Völker Alaskas, Kanadas oder Grönlands das Wort für "Eisbär". Angesichts des aufgrund des Klimawandels - im wahrsten Sinne des Wortes - dahinschmelzenden natürlichen Lebensraums der Eisbären, hätte der Namen "Nanuq" eine sinnhafte Verbindung zur Bedrohung der freilebenden Eisbären hergestellt. Für Zoobesucher wäre das vielleicht ein Anstoß gewesen, sich aktiv für den Schutz der Arktis einzusetzen.


(Quellen: Nordsee-Zeitung vom 15.03.2014, Zoo am Meer vom 19.03.2014, Wikipedia)

Kommentare:

Weserkrabbe hat gesagt…

Nanuq ist zwar auch nicht schlecht, aber ich mußte jetzt schon gucken wie das geschrieben wird und dass sich Zoobesucher aufgrund des Namens mit dem Schutz der Arktis beschäftigen, das glaube ich nun wieder nicht. Lale passt da schon besser, auch Lili hätte ich gut gefunden.
Die Hauptsache aber ist, es geht unserem Baby gut und es wird nicht zum Medienstar hochgeschaukelt wie Knut damals. Vielleicht bekommen wir ja noch mehr Nachwuchs und dann können wir uns wieder Gedanken um sinnvolle Namen machen.

liebe Grüsse und einen schönen Sonntag
Brigitte

Magnus hat gesagt…

Lale ist ein sehr schöner Name und ich hoffe der kleinen geht es richtig gut und sie wird schön alt.

connywischhusen hat gesagt…

Ich finde der Name Lale ist zu sehr an den Haaren herbei gezogen um , um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Da finde ich deinen Vorschlag auch schon besser. Außerdem müsste beidem Thema auch noch mehr passieren als nur die Namensgebung. Und warum soll ein eingesperrtes Tier auf den Klimawandel aufmerksam machen? Alles etwas wie gesagt an den Haaren herbei gezogen.... Liebe Grüße aus Bremen!

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