Sonntag, 9. Mai 2010

Für Lehe bleibt nur ein Trostpflaster


Bremerhaven, Lehe: "Post- und Sparkasse" in der Hafenstraße

Nachdem die Post ihre Filiale in Lehe geschlossen hat, der nachfolgende Paket-Service seinen Paket-Service eingestellt hat, verlässt jetzt - voraussichtlich 2012 - auch noch der dritte "Bewohner", die Arbeitnehmerkammer, das "Post- und Sparkassengebäude" in der Hafenstraße. Schön, dass uns wenigstens noch die Sparkasse erhalten bleibt.

Wie Herr Lübben in der Nordsee-Zeitung gestern richtig bemerkte, werden die Besucher der Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeitnehmerkammer (Wisoak), die nebenbei auch in den umliegenden Geschäften ihre Besorgungen erledigten, in der Hafenstraße bitter fehlen. Von dem Trostpflaster, das die Kulturveranstaltungen weiterhin im Capitol-Gebäude in der Hafenstraße stattfinden sollen, haben die Geschäfte in der Hafenstraße überhaupt nichts. Kultur findet bekanntlich in den abendlichen Freizeitstunden statt. Dann haben die Geschäfte geschlossen.

Die Nordsee-Zeitung berichtet in ihrer Auagabe von gestern, die Arbeitnehmerkammer werde in einen Neubau im Gebiet der Havenwelten am Neuen Hafen umziehen. Dort verlange die Umgebung eine hochwertige Architektur. Vor drei Jahren sei für einen solchen Neubau ein Kostenrahmen von ca. 5 Millionen Euro veranschlagt worden. Aber die Arbeitnehmerkammer hat's ja wohl übrig. Dank der Zwangsmitgliedschaft der Arbeitnehmer, mit deren Zwangsbeiträgen der neue repräsentative Tempel am Neuen Hafen finanziert wird, kann sie ja auf eine ständig sprudelnde Einnahmequelle zurückgreifen.

Mit Verantwortung für den Bremerhavener Stadtteil Lehe hat der Umzugsplan absolut gar nichts zu tun. Daran ändert auch das vorgeschobene Kultur-Trostpflaster nichts, mit dem die Arbeitnehmerkammer sich aus der Verantwortung für Lehe stehlen will.


Nebenbei bemerkt:

Über die Hochwertigkeit der Architektur der Gebäude der Time Ports, die dort bereits gebaut wurden, lässt sich sicher trefflich streiten. In meinen Augen sind das nichts als simple, quaderförmige Klötze. Hochwertige Architektur ist für mich das Auswandererhaus, das Klimahaus oder der Sail City Turm, und vielleicht auch noch die Wohngebäude hinter dem Weserdeich auf der gegenüberliegenden Seite des Neuen Hafens. Sollte aufgrund des Umzugs der Arbeitnehmerkammer auf der Ostseite des Neuen Hafens jetzt für (mindestens!) 5 Millionen Euro ein weiterer solcher einfallsloser Protz-Klotz entstehen, dann wäre das alles doppelt schmerzlich.

In meinen Augen ist der beschlossene Umzug ohnehin die reine Geldverschwendung. Wenn ich die Chance hätte, aus diesem Verein auszutreten, dann hätte ich noch gestern die Kündigung meiner Mitgliedschaft verfasst und abgeschickt!


(Quelle: Nordsee-Zeitung vom 08.05.2010)

Samstag, 8. Mai 2010

Das Gespensterschiff

FriedenstaubeHeute vor 65 Jahren endete der Zweite Weltkrieg. Für die damalige Stadt Wesermünde, die seit 1947 den Namen Bremerhaven trägt, kam das Kriegsende ein gutes Jahr zu spät. Noch im Spätsommer und im Herbst 1944 wurde der größte Teile der bis dahin weitestgehend intakt gebliebenen Stadt bei Bombenangriffen der alliierten Bomberflotten zerstört.

Aber mit dem Krieg, mit dem die Nazis Europa und große Teile Asiens ins Unglück geführt hatten, endete auch die Terrorherrschaft der Nazis gegen die eigene Bevölkerung. Für diesen Staatsterror steht in Bremerhaven beispielhaft das sogenannte "Gespensterschiff", ein ehemaliges Minensuchboot, das ursprünglich an der Ostseite des Neuen Hafens festgemacht war, und dort der Marine-SA ab 1933 als Quartier und "Vernehmungsbüro" diente. Politische Gefangene, die nicht geständig waren, viele von ihnen, weil sie gar nichts zu gestehen hatten, wurden dort mit Gummiknüppeln, Stahlruten, Nagelstöcken und Fäusten bis zur Bewusstlosigkeit gefoltert. Bevor sie von ihren Peinigern entlassen wurden, mussten sie schriftlich bestätigen, dass sie nicht misshandelt worden waren.

Die Schreie der Opfer sollen jedoch so laut gewesen sein, dass es zu Protesten aus der Bevölkerung gegen die Lärmbelästigung – nicht gegen die Folter! – kam. Die SA verlegte das "Gespensterschiff" deshalb etwas weiter weg von den Wohngebieten an die Westseite des Alten Hafens, ungefähr dorthin, wo heute das "Klimahaus 8° Ost" steht. Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel am Betriebsgebäude der Doppelbrücke über den Verbindungskanal zwischen Altem- und Neuem Hafen an das Gespensterschiff ...


Wenn ich die Erzählungen "der Alten" höre, die damals als Kinder und Jugendliche die Bombennächte in den Luftschutzkellern erlebt haben, die Freunde und Familienangehörige verloren haben, die erlebt haben, wie ihre Heimat den Bomben zum Opfer fiel, die mitbekommen haben, wie Menschen verfolgt, gequält und umgebracht wurden und die selbst nicht wagten, dagegen zu protestierten, weil sie um ihre persönliche Sicherheit besorgt waren, dann kann ich es nicht verstehen, wie es angehen kann, dass die Kinder und Enkel der Kriegsgenerationen von damals heute schon wieder bereit sind, in einem Krieg irgendwo in Asien wildfremde Menschen umzubringen oder selbst zu sterben. Vor allem aber kann ich es nicht nachvollziehen, dass die Menschen auch heute schon wieder nicht wagen, gegen diesen Wahnsinn zu protestieren. Das folgende erschütternde Zitat ist ein Kommentar einer Mutter, deren Sohn gerade in der Grundausbildung bei der Bundeswehr war, zu einem Artikel über die Trauerfeier anlässlich des Todes dreier deutscher Soldaten in Afghanistan im Blog "Cappuccino & Meer":

"So denken viele, doch man traut sich nicht, seine Meinung laut zu sagen. ... Wenn ich an die armen Angehörigen denke, wird mir übel, ich mag nicht daran denken, wenn mein Sohn ... Nee, das ist zu grausam. ..."


(Quelle: Cappuccino & Meer vom 9. April 2010, Nordsee-Zeitung vom 14.05.2008)

Freitag, 7. Mai 2010

Gelbe Geisterfahrer

Nun wissen wir es: Der Arbeitskreis Steuerschätzung veröffentlichte gestern seine neue Prognose. Demnach werden die Einnahmen des Staates in den Jahren 2010 bis 2013 um knapp 39 Milliarden Euro geringer ausfallen, als nach den Prognosen vom Herbst 2009.

Nur die FDP weiß das nicht, und verspricht stattdessen weiterhin ihre etwas voreilig angekündigten Steuersenkungen. Dafür weiß sie etwas anderes: Sie verkündet frohgemut, die Einnahmen der öffentlichen Haushalte würden im Jahr 2013 um fast ein Viertel höher ausfallen als 2005 ... -


Als 2005? Hallo?

Liebe FDP:
Falls du es noch nicht bemerkt haben solltest: Wir schreiben inzwischen das Jahr 2010. Im Jahre 2005 war von Weltwirtschaftskrise, Staatsbankrott in Griechenland und den daraus resultierenden Folgen noch keine Rede. Da war die Welt noch halbwegs in Ordnung. Ich glaub', du willst uns wohl ein klein wenig veräppeln.


Die FDP scheint die Einnahmeverluste von 39 Milliarden Euro offensichtlich noch gar nicht realisiert zu haben. Ihre Politiker verkündeten gestern in den Fernsehnachrichten, die Zahlen würden belegen, dass der Staat deutlich mehr Einnahmen haben werde als heute. Diese würden nur nicht so schnell steigen, wie erhofft. In den Jahren 2013 und 2014 sei sogar mit "neuen Rekordeinnahmen" zu rechnen. (In den Reihen der FDP scheint es ja einige fähige professionelle Hellseher zu geben.) Seit dem Zweiten Weltkrieg habe es noch nie Steuereinnahmen in einer solchen Höhe gegeben. Das will ich wohl gerne glauben. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Bundesrepublik aber auch noch nie so hoch verschuldet gewesen, wie heute. Falls die FDP es vergessen haben sollte: Zusammen mit der CDU und der CSU trägt sie die Verantwortung für die mit 80,2 Milliarden Euro bisher höchste Nettokreditaufnahme in der Geschichte der Bundesrepublik!

Im Moment mangelt es hierzulande ja nicht an hämischen Bemerkungen über das krisengebeutelte Griechenland. Dabei wird aber gerne übersehen, dass auch die Bunderepublik seit Jahren ständig knapp unterhalb des Limits zum Staatsbankrott manövriert. Die Summe der Zinsen, die für die Kreditaufnahmen des Staates aufgebracht werden müssen ist inzwischen höher war als die Summe der neu aufgenommenen Kredite. Im Klartext: Trotz aller Sparanstrengungen der vergangenen Jahrzehnte, gehen die neuen Schulden unterm Strich komplett für die Abzahlung der die Zinsen aus den Altschulden drauf. Jede neue Kreditaufnahme des Staates verschärft diese Situation.

Städte und Kommunen ächzen unter ständig weiter ansteigenden finanziellen Belastungen. Die Bundesregierung gibt für die Dämpfung der Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise in Deutschland Geld aus, das sie eigentlich gar nicht hat. Jetzt kommen in den folgenden drei Jahren noch Kredite in Höhe von mehr als 22 Milliarden Euro hinzu, mit denen Griechenland vor dem Bankrott bewahrt werden soll ... - Geld, das an anderer Stelle wieder eingespart werden muss. Aber die FDP beharrt nach wie vor auf die angekündigten Steuersenkungen!

Wer stoppt bloß endlich diese gelben Geisterfahrer?

Ich sag's ja nicht gerne, aber die einzigen, die derzeit dazu in der Lage wären, sind die Wahlberechtigten für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfahlen die an diesem Wochenende stattfindet - und wohl ist mir nicht bei diesem Gedanken.


(Quellen: Frankfurter Allgemeine vom 06.05.2010, TAZ vom 07.05.2010, Spiegel online vom 07.05.2010 Artikel 1 und Artikel 2, Parteien Online)

Donnerstag, 6. Mai 2010

Das Haus des Mohren


Bremerhaven, März 2009: Dieses Wohn und Geschäftshaus in der Hafenstraße ...

Bis zum letzten Jahr gab es in der Hafenstraße im Haus mit der Nummer 81 ein Fachgeschäft für Haushaltsgeräte. Nachdem die Ladenräume anschließend für einige Zeit leer standen, wurde vor kurzem mit dem Einbau neuer, hoher Schaufenster begonnen, die denen der benachbarten Versicherungsagentur angepasst sind. Damit erhält das Haus mit der Gründerzeitfassade im Bereich der oberen Stockwerke ein einheitliches Aussehen, wie es zur Zeit seiner Erbauung einmal der Fall gewesen sein muss.



... ist das Haus des Mohren (Mai 2010).

Nachdem die Verkleidung über den flachen Schaufenstern des ehemaligen Fachgeschäfts für Haushaltsgeräte entfernt worden war, auf der bis dahin das Firmenschild angebracht gewesen war, tauchten plötzlich Bilder aus meiner frühen Kindheit vor meinen Augen auf:

In diesem Haus wohnte einst der Sarotti Mohr!


Über den neu eingebauten Fenstern sind noch die Spuren des ehemaligen Schlaraffenlandes zu erkennen, in dem der kleine, ganz in Blau und Rot gekleidete schwarze Herr mit seinem großen Turban auf dem Kopf, der wehenden Jacke und seiner weiten Pluderhose residierte. Ich habe die ersten vier Jahre meines Lebens etwas weiter südlich in der Hafenstraße gewohnt. Mein Großvater hatte nördlich der Rickmersstraße einen Lebensmittelladen. Ich kann mich daran erinnern, dass meine Mutter mit mir oft die Großeltern besuchte und ihren Eltern gelegentlich im Laden aushalf. Auf dem Weg zwischen unserer Wohnung und dem Laden meiners Großvaters sind wir jedesmal an diesem Schoko-Paradies vorbei gekommen, dessen Schaufenster-Dekoration mich damals dermaßen beeindruckt haben muss, dass ich es jetzt nach all den Jahren wieder so klar vor Augen habe. Ich weiß nicht genau, wie weit die Erinnerung eines Erwachsenen in seine Kindheit zurückreicht. Ich denke aber, der Sarotti Mohr kann sich mir eigentlich nur in der Zeit so eingeprägt haben, als ich ungefähr fünf oder vier Jahre alt war. Danach sind meine Eltern mit meiner Schwester und mir in das Neubaugebiet Leherheide-West an den Stadtrand gezogen.

Das alles ist jetzt schon lange her ...


Lange her sind auch die Zeiten, als es in einem der Häuser gegenüber des Leher Stadtparks noch eine Buchhandlung in der Hafenstraße gab. In den neuen Schaufenstern des Mohrenhauses aus meiner Kindheit kündigen seit ein paar Tagen kleine weiße Flyer die für Ende Mai bevorstehende Neueröffnung einer Buchhandlung mit dem Namen "Mausbuch" an, auf denen ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass es dort keinen Käse geben wird.



Die Spuren der Vergangenheit über dem neuen Schaufenster

Wenn das kein gutes Omen ist, ... - vielleicht kehrt ja doch eines Tages die Vielfalt der Geschäfte von damals in die Hafenstraße zurück, so dass sie wieder zu dem lebendigen Einkaufs- und Geschäftszentrum von Lehe wird, das sie während der Zeit meiner Kindheit noch war. Der Sarotti Mohr wird jedoch nicht wieder in die Hafenstraße zurückkehren. Nachdem Sarotti zuerst von einem großen deutschen Schokoladenhersteller, und dann zusammen mit diesem von einem noch größeren Schweizer Schokoladenhersteller übernommen worden war, verschwand der kleine schwarze Herr irgendwann aus der Öffentlichkeit.


(Quelle: Die Geschichte Sarotti's auf sammeln-sammler.de, Foto "Der Sarotti Mohr": © Stephan Windmüller)

Mittwoch, 5. Mai 2010

Blockadetechnologie

Atomkraft? Nein Danke!

"Atomkraft ist eine Brückentechnologie
ins solare Zeitalter"

Mit diesem Slogan werben CDU, CSU und FDP für die Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke. Die Atom-Pläne der Berliner Wespen sind somit also hinlänglich bekannt.

Viele Abgeordnete sind jedoch unsicher, ob die Wähler in ihren Wahlkreisen ihnen diesen Blödsinn auch abnehmen werden, und vor Ort in den Bundesländern und Kommunen sieht man das ja vielleicht manchmal etwas anders. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, den Protest gegen ein Comeback der Atomkraft in die Bundestagswahlkreise der Abgeordneten der CDU, der CSU und der FDP zu tragen.

Um die Unsicherheit der Abgeordneten zu nutzen, und zu erfahren, wie diese in ihren jeweiligen Wahlkreisen darüber denken, hat das demokratische Netzwerk Campact eine Online-Aktion ins Leben gerufen. Je mehr Bürger ihre Abgeordneten mit einer E-Mail fragen, wie sie über die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke denken, desto mehr werden sich diese fragen müssen, ob sie bei der nächsten Wahl auch noch genug Stimmen für ihre Wiederwahl erhalten werden. Campact hat einen Standard-Text für eine solche E-Mail vorbereitet, der sich aber auch individuell verändern und ergänzen lässt.
  • Hier geht es zur Campact Online-Aktion.

(Quelle: Campact "Erneuerbare Energien statt Kohle und Atom" mit weiteren externen Links zum Thema)


Dienstag, 4. Mai 2010

Ist der Ruf erst ruiniert ...

... lebt sichs völlig ungeniert.

Das scheint neben Griechenland jetzt auch auf die Europäische Zentralbank (EZB) zuzutreffen.

Bisher galten nicht ohne Grund einige wichtige Regeln der EZB. Eine davon lautet, dass nur Staatsanleihen mit einem befriedigenden Rating als Sicherheit akzeptiert werden. Nachdem die Rating Agentur "Standard & Poor's" Griechenlands Finanzen vor kurzem als "Junk" (zu deutsch: "Ramsch") und damit als wertlos bewertete, wurde diese Regel jetzt für Griechenland kurzerhand außer Kraft gesetzt. Im Klartext: Staatsanleihen eines bankrotten Staates, die also nach dem gesunden Menschenverstand nichts wert sind, werden von der EZB weiterhin als finanzielle Sicherheit akzeptiert.

Was lernen wir daraus? Man muss nur genug Schulden anhäufen. Dann erhält man auch für unbedrucktes, wertloses Papier, das man als Sicherheit für beantragte Kredite anbietet, weiterhin Finanzspritzen in astronomischer Höhe.

Die Europäische Zentralbank (EZB) misst der Rettung Griechenlands offenbar eine höhere Priorität bei, als dem jetzt zu erwartenden Vertrauensverlust in die Stabilität des EURO. Herr Trichet (Europäische Notenbank, Präsident) schloss noch vor wenigen Monaten Ausnahmeregelungen für einzelne Länder der Europäischen Union klar aus. Ich denke, man muss kein Finanzexperte sein, um zu erkennen, dass ein solcher Schlingerkurs in der tiefsten Krise der europäischen Wirtschaft als vertrauensbildende Maßnahme denkbar ungeeignet ist.

Hinzu kommen noch die Proteste der Bürger Griechenlands gegen die angekündigten drastischen Maßnahmen, deren Ärger und Ängste ich durchaus verstehen kann: Wären wir in Deutschland in der gleichen Situation, würde es bei uns auf den Straßen mit Sicherheit auch nicht anders aussehen. Wenn aber die Regierung Griechenlands, die offensichtlich einen großen Teil der Schuld an der Situation Griechenlands zu verantworten hat, in der Auseinandersetzung mit der griechischen Bevölkerung unterliegen sollte, dann wäre das nicht nur für Griechenland der endgültige Weg in den Abgrund.

Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die europäische Währungsunion ihren Namen nicht mehr verdient, wenn es den Staaten Europas nicht gemeinsam - "Union" bedeutet "Gemeinschaft"! - gelingt, diese Krise zu meistern. Wenn andere europäische Länder sich finanziell einschränken, um Griechenland aus der Patsche zu helfen, dann bedeutet das auch Einschränkungen für die Bürger dieser Länder. Das wird letztlich auch die Bevölkerung Griechenlands einsehen müssen, deren Ärger sich gegen die Regierung ihres Landes richtet, die aber mit ihrer mangelnden Einsicht in die Notwendigkeit, ihren Lebensstandard zu beschränken, nur den Bürgern der anderen Ländern Europas, und letztlich auch sich selbst schadet. Die daraus resultierende Neid-Debatte ist jedenfalls schon jetzt nicht mehr zu überhören.


(Quellen: Nordsee-Zeitung vom 04.05.2010, Spiegel online vom 03.05.2010)

Feuchte Keller

Was tun, wenn das Grundwasser in den Keller eindringt? Die Antwort auf diese Frage wird von Fall zu Fall unterschiedlich ausfallen. Über die verschiedenen Ursachen und die entsprechenden Gegenmaßnahmen soll eine Veranstaltung Auskunft geben, die heute Abend in der "Theo" stattfindet.

Als Referenten zu diesem Thema hat die "Eigentümerstandortgemeinschaft Lehe" (ESG-Lehe) unter anderem Herrn Horstmann aus Löningen gewinnen können.

Herr Horstmann ist Architekt und war für die Planung und Realisierung verschiedener Großprojekte der Bauindustrie verantwortlich. Seit 1985 ist er als Referent in der fachlichen Weiterbildung von Architekten und Verarbeitern mit Schwerpunkt Fassadenschutz und Bauwerksanierung tätig.

Herr Horstmann hat gute Erfahrungen mit Kellersanierungen bei Häusern, die in feuchtem Boden auf Eichenpfählen gegründet wurden. Dieses sind genau die Bedingungen, mit denen wir es im Leher Ortsteil "Goethestraße", ebenso wie auch in einigen Lagen anderer Bremerhavener Stadtteile, zu tun haben. Das Problem mit den Eichenpfählen ist wohl, dass diese nie ganz trocken werden dürfen, da sie dann an den Spitzen, also direkt unter dem Fundament anfangen würden zu verrotten. Das würde dann zu Versackungen der auf den Pfählen stehenden Gebäude führen. Man darf also nicht einfach bedenkenlos den Grundwasserspiegel absenken, um feuchte Keller trockenzulegen. Solange die Pfähle gleichmäßig feucht bleiben, halten sie "eine Ewigkeit".


Zu der Veranstaltung "Feuchte Keller" sind Eigentümer aus Lehe und "umzu" herzlich eingeladen:
  • "Feuchte Keller"
    Datum: 04.05.2010
    Uhrzeit: 19:00 Uhr

    "Die Theo"
    Bremerhaven, Lutherstraße 7