Mittwoch, 24. Juli 2013

Bremerhavener Festwoche 2013

Dampfer im Morgenlicht: Der Eisbrecher "Wal" und das Bremer Behördenschiff "Welle"
Heute beginnt die Bremerhavener Festwoche 2013. Rund um den neuen Hafen gibt es dann wieder Musik, und dafür, dass das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt, sind auch schon Vorbereitungen getroffen worden. Links im Bild ist der Dampeisbrecher "Wal" zu sehen, dessen fünfundsiebzigjähriger "Geburtstag" in diesem Jahr gefeiert wird.


Dreimastschoner "Loth Loriën"
In diesem Jahr liegt der thematische Schwerpunkt der Festwoche auf der Entwicklung der Schiffsantriebe vom Segel, über die Dampfmaschine bis hin zu den heutigen Otto- und Dieselmotoren. In Anbetracht des Klimawandels dürfte aber auch das Ende dieser mit fossilen Brennstoffen betriebenen Motoren nur noch eine Frage der Zeit sein. Vielleicht schließt sich der Kreis dann ja wieder mit der Rückkehr zu den Segelschiffen ...

Die ersten Gäste waren gestern schon angekommen. Die etwa vor 104 Jahren in Norwegen als Herings-Logger gebaute und später in einen Dreimastschoner umgebaute "Loth Loriën" hatte ich in diesem Jahr schon auf der Kieler Woche gesehen.


Hansekogge-Nachbauten "Roland von Bremen" und "Ubena von Bremen"
Dort war auch die Bremerhavener Hansekogge "Ubena von Bremen" zu Gast gewesen, die sich jetzt mit der neun Jahre jüngeren Bremer Hansekogge "Roland von Bremen" in ihrem Heimathafen getroffen hat. beide Schiffe sind Nachbauten der 1962 im Schlick der Weser bei Bremen gefundenen Hansekogge aus dem 14. Jahrhundert.


Zum Weiterlesen:

Dienstag, 23. Juli 2013

Sommer am Deich

Die einen genießen den Sommer auf dem neu gestalteten Weserdeich ...
Im südlichen Bereich ist der Deich mit Betonplatten gepflastert. Gras würde hier unter dem Flugsand aus dem benachbarten Weser-Strandbad leiden. Die "multifunktionalen Wellenbrecher" eignen sich hervorragend als Sitzgelegenheit.

Wer bereit ist, Eintritt dafür zu bezahlen, kann sich am Sandstrand den ganzen Tag lang die Sonne auf den Pelz brennen lassen. Vor der Erhöhung des Deiches war der Strand in einen kostenpflichtigen und einen freien Bereich unterteilt. Jetzt ist leider der gesamte Strand eingezäunt - und nur, um mal kurz für eine Stunde am Strand zu liegen, wäre mir die Eintrittsgebühr zu hoch.


... und die anderen waten bei Ebbe durch das Weserwatt..
Bei Ebbe kann man vor dem Deich durch das Schlickwatt am Ufer der Weser waten. Wer lieber einen Sommertag auf dem Wasser verbringen möchte, der kann beispielsweise mit der "Oceana" eine Weserfahrt flussaufwärts nach Bremen unternehmen. Vom Anlegeplatz an der Schlachte ist man dort in wenigen Minuten am Bahnhof, von wo aus den ganzen Tag über Züge zurück nach Bremerhaven fahren.

Ich verbringe an Sommertagen wie diesen des öfteren meine Mittagspause am Deich. Für einen kleinen Imbiss reicht die Zeit immer und beim Blick weserabwärts über das Wasser kommt man für einige Minuten auf andere Gedanken.

Wohnen, wo andere Urlaub machen: Was will man mehr?

Montag, 22. Juli 2013

Konzerne bereichern sich an Strom-Verbrauchern

Energiekonzerne: Weiter so wie bisher ...
Foto:
Engelbert Reineke, CC-BY-SA (Bundesarchiv, B 145 Bild-F041794-0024)
Eine kürzlich vom "Öko-Institut" und von der Umweltorganisation "Greenpeace" veröffentlichte Studie über den Einfluss der Erneuerbaren-Energien-Umlage (EEG) belegt, dass nicht die erneuerbaren Energien für die Strompreiserhöhungen verantwortlich sind, sondern die Profitgier von Unternehmen und Konzernen.

Würden die Energieunternehmen die niedrigen Börsenpreise an die Verbraucher weitergeben, dann könnte der Strompreis trotz steigender EEG-Umlage im kommenden Jahr sinken. Dann bräuchte in den nächsten Jahren niemand steigende Preise zu fürchten.

Das "Greenpeace Magazin" vom 03.07.2013 weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die EEG-Umlage an den Börsenpreis gekoppelt ist. Wenn die Energiekonzerne mehr für den Strom zahlen müssen, dann sinken die Kosten für die Regenerativen Energien - und umgekehrt:
Im letzten Jahr sei der Großhandelspreis insbesondere aufgrund der billigen CO2-Emissionsrechte zurückgegangen. Für das Recht, die globale Klimaerwärmung voranzutreiben, seien derzeit pro Tonne CO2 lediglich 3,50 Euro zu zahlen. Die Kosten für die Stromerzeugung mit fossilen Energieträgern (Kohle, Erdgas, Erdöl) seien dadurch um 35 Prozent gesunken.


Emissionszertifikat vs. Energieeffizienz:
Zahlen ist effizienter


Als der europäische Emissionhandel 2005 eingeführt wurde, stieg der Preis auf 30 Euro pro Tonne CO2. Bei nur noch 3,50 Euro pro Tonne CO2 haben die Konzerne jedoch keinen Grund mehr, in energieeffizientere Techniken zu investieren bzw. die Stromerzeugung mit regenerativen Energien voranzutreiben.

Einem Artikel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 17.05.2013 zufolge bemängeln Kritiker, dass Unternehmen angesichts des derzeitigen Preisniveaus keinen Anreiz haben, in energieeffizientere Technik zu investieren. Um diesen Anreiz zu schaffen, müsse der Preis bei mindestens 15 bis 20 Euro je Zertifikat liegen. Andere sprächen von mehr als 30 Euro. Bleiben solche Investitionen heute aus, würden damit etwa im Kraftwerksbau aber schon Fakten geschaffen, die dem Klima auch über das Zieljahr 2020 hinaus schaden.

Um den Einfluss des Preisverfalls im Emissionshandel auf die EEG-Umlage aufzuzeigen, hat das "Öko-Institut" einmal mit 40 Euro pro emittierter Tonne CO2 gerechnet. Bei Betriebskosten in dieser Höhe, würde es sich für die Energiekonzerne lohnen, in CO2-neutrale, innovative Techniken zu investieren. Auf dieser Grundlage kommt das "Öko-Institut" zu dem Schluss, dass die EEG-Umlage sich um 20 Prozent verringern würde. Bei derzeit 5,277 Cent pro Kilowattstunde wären das dann nur noch 3,97 Cent pro Kilowattstunde. Satt dessen werde die Umlage in 2014 jedoch voraussichtlich auf 6,1 Cent pro Kilowattstunde steigen!


Ungerechte Lastenverteilung

Hinzu kommt, dass immer mehr Unternehmen und Konzerne sich von der Beteiligung an der EEG-Umlage befreien lassen. In immer größerem Umfang werden die Haushalte der Bürger mit den Kosten der Energiewende belastet, während gleichzeitig immer mehr Unternehmen und Konzerne von der beteiligung an der Umlage befreit werden.

Greenpeace schreibt auf seiner Internetseite, dass die Kosten für die EEG-Umlage um bis zu 2,4 Cent pro Kilowattstunde sinken könnten, wenn die Privilegien für Industrie und Gewerbe zugunsten der Bürger reduziert werden würden. Ausgehend von derzeit 5,277 Cent pro Kilowattstunde würde sich die EEG-Umlage für Otto Normalverbraucher damit auf 2,877 Cent pro Kilowattstunde verringern.

Auf die versteckten Energiesubventionen durch die EEG-Hintertür für deutsche Unternehmen und Konzerne ist inzwischen auch die EU-Kommission aufmerksam geworden. Sie geht davon aus, dass das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG in diesem Punkt gegen europäisches Wettbewerbsrecht verstößt und hat ein Verfahren gegen Deutschland eröffnet. Wie die "Frankfurter Rundschau", der "Spiegel" und andere Medien am 14.07.2013 berichteten, geht es dabei nicht nur darum, zukünftig alle Ausnahmen von der Pflicht zur Beteiligung an der EEG-Umlage zu verbieten, sondern auch um die Nachzahlung der in den Vorjahren eingesparten Abgaben durch die Unternehmen und Konzerne an den Staat.

Vielleicht wird es ja doch noch Gerechtigkeit geben. Und vielleicht wird die EEG-Umlage dann ja auch wieder den Zweck erfüllen, für den sie ursprünglich einmal gedacht war: Eines der wichtigsten Werkzeuge für den von allen Teilen der Gesellschaft getragenen zügigen Umbau der Energieversorgung in Deutschland.


Zum Weiterlesen:



(Quellen: Frankfurter Rundschau vom 14.07.2013, Spiegel vom 14.07.2013, Greenpeace Magazin vom 03.07.2013, Greenpeace Nachrichten vom 01.07.2013, Öko-Institut - Pressemitteilung vom 01.07.2013, FAZ vom 17.05.2013, Agora-Energiewende )

Sonntag, 21. Juli 2013

Abgetakelt - Keine Zukunft für die "Alex" in der Karibik

Abgetakelt: Die "Alexander von Humboldt" an der Kaje der BVT-Werft
So ohne Masten und Rigg bietet die "Alexander von Humboldt" zur Zeit einen traurigen Anblick. Nachdem die "Deutsche Stiftung Sail Training" (DSST) ihre Nachfolgerin - die "Alexander von Humboldt II" - in Dienst gestellt hatte, war sie an an einen Bremerhavener Unternehmer verkauft worden. Der verlegte das Schiff mit den markanten grünen Segeln in die Karibik, um es dort von Freeport (Bahamas) aus für Tagessausflüge mit Touristen einzusetzen.

Bereits ein Jahr später war jedoch klar geworden, dass das Konzept des neuen Eigners nicht aufgehen würde. Seit Mitte Mai ist die "Alexander von Humboldt" zurück in Bremerhaven, wo sie jetzt im Fischereihafen an der Ausrüstungskaje der BVT-Werft liegt.

Dort soll eine Bestandsaufnahme zur Beurteilung des allgemeinen Zustands des 107 Jahre alten Rumpfes durchgeführt werden, auf deren Grundlage dann über die Zukunft des Schiffes entschieden werden soll. Wie die Nordsee-Zeitung am 04.05.2013 schrieb, hat die Reederei sich zum Ziel gesetzt, "auf alle Fälle" vom Germanischen Lloyd die Zulassung zum Betrieb des Schiffes für weitere drei bis fünf Jahre zu erhalten.

Für die Nutzung der Dreimast-Bark gibt es derzeit im wesentlichen wohl zwei Optionen. Ein in Spanien lebender Unternehmer hat sein Interesse bekundet, die als "Becks-Schiff" international bekannt gewordene "Alexander von Humboldt" für Halbtagstörns von Ibiza aus einzusetzen. Andere Überlegungen gehen in Richtung einer Verwendung als Hotel- und/oder Restaurantschiff im Neuen Hafen. Für Bremerhavens Tourismus Zentrum "Havenwelten" wäre das mit Sicherheit eine große Aufwertung. - Allerdings gibt es seitens der für den Tourismus in Bremerhaven Verantwortlichen wohl Bedenken wegen der Unterhaltungskosten.


Die "Alex": Zukunft ungewiss (Juli 2013, Fischereihafen Bremerhaven)
Die heutige "Alexander von Humboldt" war am 10.09.1906 als Reserve-Feuerschiff "Reserve Sonderburg"  bei der Bremer Weserwerft - der späteren AG Weser - vom Stapel gelaufen. Nach einer wechselvollen Geschichte in der Ostsee wurde die Verantwortung für das Feuerschiff am 21.09.1983 an das Wasser- und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven übertragen.

Ab Oktober 1983 wurde es als Stamm-Feuerschiff auf der Position "Deutsche Bucht" eingesetzt, wo es die Nachfolge des außer Dienst gestellten Feuerschiffs "Amrumbank II" antrat. Am 17. September 1986 wurde es von dem liberianischen Motorschiff "Ocean Wind" gerammt. Nach der Reparatur in Wilhelmshaven wurde das Feuerschiff außer Dienst gestellt und am 30.09.1986 an die DSST verkauft.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie der Rumpf der späteren "Alex" im Schwimmdock der "Motorenwerke Bremerhaven" (MWB) lag, wo er in Zusammenarbeit mit der Werft von ehrenamtlichen Helfern der DSST nach Plänen des bekanten Schiffsarchitekten Zygmunt Choren für 2,2 Millionen DM in 20 Monaten zu einer Dreimast-Bark umgebaut wurde. Nach der Probefahrt am 03.03.1988 war das ehemalige Feuerschiff am 20.05.1988 auf den Namen "Alexander von Humboldt" getauft und offiziell in Dienst gestellt worden ...

23 Jahre lang war die "Alex" als Botschafterin für Bremerhaven auf den Meeren dieser Welt unterwegs. Es wäre schön, wenn die Bark mit dem traditionellen "Claussen-Rumpf" irgendwann einmal ihren letzten Liegeplatz in den Havenwelten fände - vielleicht, nachdem sie noch für einige Jahre rund um die Balearen im Mittelmeer unterwegs war?


(Quellen: Nordsee-Zeitung vom 04.05.2013 und vom 03.07.2013, Wikipedia)

Freitag, 19. Juli 2013

Young Visions In Motion - Kunst im Goethe-Quartier

Yong Visions In Motion - eine Kunstaustellung im Leher "Goethe-Quartier"
Seid dem Ende der Apartheid in Südafrika entwickelt sich die junge Künstlerszene dort frei und ungezwungen. Zwei ihrer bekannten Vertreter im Raum Kapstadt sind Atang Tshikare und Kent Lingeveldt. In der Ausstellung "Young Visions In Motion" im Erdgeschoss eines Wohnhauses im Süden des Bremerhavener Stadtteils Lehe sind heute und morgen noch einige ihrer Arbeiten zu sehen.

Die beiden Künstler sind sozial stark engagiert, genießen ein hohes Ansehen in der Jugendkultur und sind auch künstlerisch sehr erfolgreich. Ihr Wirken wird auch international anerkannt. Der Fotograf Kent Lingeveldt wurde beispielsweise mit dem ersten Preis im internationalen Fotowettbewerb "Social Landscape" ausgezeichnet und im Mai dieses Jahres wurden die beiden zum Design Forum nach Dubai eingeladen.



Designs von Kent Lingeveldt und Atang Tshikare (Fotos: © J. Winkler)

Die Ideen der beiden Künstler enstehen im Spannungsfeld ihres ständigen Wechsels zwischen Alltag und Kunst. So widmet Atang Tshikare sich vor allem der Gestaltung von Gebrauchsgegenständen. Ein schönes Beispiel dafür ist das von ihm entworfene Design der Sportschuhe, die in der Austellung zu sehen sind.

Auch Skateboards sind bekanntlich Gebrauchsobjekte, mit denen im allgemeinen wenig pfleglich umgegangen wird. Wenn Kent Lingeveldt sich ihrer annimmt, dann entstehen aus Alpha-Longboards Kunstwerke, für die er auch schon so prominente Abnehmer wie Nelson Mandela und Desmond Tutu gefunden hat.

In dem Krokodil haben sich sich übrigens die Besucher der Ausstellung mit jeweils einem Strich "verewigen" können. Die Grundlage dafür - nach dem Prinzip "Malen nach Zahlen" - stammte von den Künstlern.


Arbeiten von Sven "sifoe rock" Willms und Peter "sir monk" Domke (Fotos: © J. Winkler)

Auch die beiden Bremerhavener Künstler Sven "sifoe rock" Willms und Peter "sir monk" Domke, die eine der beiden Giebelwände an der Ecke Potsdamer-/Eupener Straße gestaltet haben, sind mit eingen Arbeiten in der Ausstellung vertreten.


Lehe aus der Perspektive von Schülern und Studenten (Foto: © J. Winkler)
Neben der Ausstellung in den Projektwohnungen wurden auch eine Reihe von Workshops an Schulen in des Stadtteils veranstaltet. Schülerinnen und Schüler hielten „ihren“ Stadtteil in Fotografien fest. Interessant ist auch die individuellen Perspektiven, aus denen Studenten aus Spanien, Polen, Estland, Österreich, der Türkei die Schönheiten des Leher Goethe-Quartiers gesehen und fotografiert haben. Mit den dabei entstandenen Fotografien, Zeichnungen etc. haben sie ihre eigenen Räume in der Austellung gestaltet.

Da ich, kurz vor Feierabend, der einzige Besucher war, hatte ich Glück, dass die Betreuerin der Ausstellung ausgiebig Zeit hatte, mir einiges zu den Hintergründen der verschiedenen Künstler zu erzählen: Danke dafür! Überrascht - und vielleicht auch etwas enttäuscht - zeigte sie sich darüber, dass so wenige Jugendliche und jüngere Leute zu den Besuchern der Ausstellung, die morgen zu Ende geht, zählten. Sie meinte: "Die schauen sich die Fotos auf Facebook an und meinen dann, sie hätten ja alles gesehen."

Ich freue mich immer, wenn ich im Internet etwas über Orte, Ereignisse oder Veranstaltungen lesen und sehen kann. Wenn ich keine Möglichkeit habe selbst dort zu sein, dann bekomme ich zumindest einen Eindruck davon. Wirklich "gesehen" habe ich das alles aber erst dann, wenn ich es "mit eigenen Augen" gesehen habe. Außerdem gehört zum "Erlebnis" eines Konzerts oder einer Kunstausstellung für mich immer auch der Gedankenaustausch mit Menschen dazu, die das gleiche gesehen und erlebt haben.


Young Visions In Motion
Kunstausstellung
  • 19. und 20.07.2013
  • Bremerhaven-Lehe, Goethestraße 45


(Quellen: Flyer zur Ausstellung, zabalazaa com, 200 Young South Africans - Kent Lingeveldt, Bremerhaven de)

Donnerstag, 18. Juli 2013

Ein Heringsschwarm in Orange

Da hatte aber jemand Mut zur Farbe: ...
Dieses Eckhaus im Leher Goethe-Quartier wird zukünftig nicht mehr zu übersehen sein. Wenn ein Bewohner des Hauses sagt: "Ich wohne in dem orangefarbenen Haus.", dann braucht niemand mehr lange nach der Hausnummer zu suchen.

Als das Gerüst am Haus aufgebaut worden war und die ersten Teile des neuen Fassadenanstrichs zu sehen waren, hatte ich unwillkürlich das Bild einer quietschbunten Kasperbude vor Augen. Jetzt, nachdem die Arbeiten an der Fassade abgeschlossen sind, nehme ich - fast - alles zurück und behaupte - in etwa - das Gegenteil: Auf den zweiten Blick fällt die sehr gut gelungene, dezente Fassadenbemalung mit den Fischen, dem Leher Wappen und dem Leher Logo auf (das orangefarbene "L" wird sonst allerdings auf schwarzem Grund dargestellt). Auf den ersten Blick finde die Grundfarbe aber immer noch etwas gewöhnungsbedürftig.


... Leher Motive mit Heringsschwarm in Orange

Nach dem Weltraum-Motiv an der Ecke Potsdamer-/Eupener Straße gibt es mit der neuen Fassadengestaltung an diesem Haus jetzt ein zweites, großflächiges Kunstwerk im Leher Gründerzeitviertel - und über Kunst kann man ja eigentlich nicht streiten. Der Heringsschwarm mit den Leher Motiven ist auf dem Foto oben links in der Collage zu sehen (zum Vergrößern bitte auf die Fotos klicken). Unten rechts sind einige verirrte Nachzügler zu sehen, die vom rechten Rand der Fassade in der Kistnerstraße ins Bild schwimmen. Sie scheinen wohl den Anschluss an ihren Schwarm in der Körnerstraße verloren zu haben.

Die Jugendstil Ornamente aus der Gründerzeit an der Fassade sind mit einem blasseren Orangeton ebenfalls dezent hervorgehoben worden. Mein Fazit: Insgesamt ist das Haus ein echter "Hingucker" - auf neudeutsch sagt man wohl "Eye Catcher" - geworden.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Lehe - Galaktische Dimensionen II

Universum Lehe
Surfen, durch die unendlichen Weiten der Galaxis? Im Süden des Bremerhavener Stadtteils Lehe kann man seit neuestem erahnen, wie das - mit etwas Fantasie - gelingen könnte.

Auf dem leeren Grundstück stand einmal ein Eckhaus aus der Gründerzeit, dessen Fassade und Erker mit Jugendstil-Ornamenten geschmückt waren. Erst nachdem eine im Osten und im Süden Deutschlands ansässige Wohnungsgesellschaft sieben der acht Wohnungen in dem Haus gekauft hatte, stellten deren Verantwortliche fest, dass sie einen viel zu überteuerten Preis dafür gezahlt hatten. Bald darauf muss ihnen wohl klar geworden sein, dass es ein schlechtes Geschäftsmodell wäre, wenn sie die Wohnungen im damaligen Zustand zur ortsüblichen Miete abgegeben und dabei laufend rote Zahlen geschrieben hätten. So standen die Wohnungen bald leer und das Haus begann zu verwahrlosen ... - im Frühjahr 2012 musste es dann abgerissen werden.

Beim Abriss des Eckhauses waren an der Giebelwand des Nachbarhauses in der Eupener Straße Schäden zutage getreten, die Anfangs die Befürchtung aufkommen ließen, dass auch dieses Gründerzeithaus dem Abrissbagger zum Opfer fallen könnte. Glücklicherweise konnte es aber gerettet werden.

Nachdem die Arbeiten an der Giebelwand des Hauses in der Eupenerstraße abgeschlossen waren und das Gerüst verschwunden ist, wurde jetzt der Blick auf das "galaktische Gesamtwerk" sichtbar, dass während der letzten Wochen von den beiden Bremerhavener Künstlern Sven "sifoe rock" Willms und Peter "sir monk" Domke vervollständigt worden war. Die Giebelwand des Nachbarhauses in der Potsdamer Straße war bereits im letzten Jahr von dem in der Nachbarschaft wohnenden Künstler Christian Aretz gestaltet worden.

Major Tom würde das Graffiti-Kunstwerk vielleicht so beschreiben: "Völlig losgelöst von der Erde" eröffnet sich jetzt der Blick aus dem Universum in einen Hinterhof im Leher Goethe-Quartier :)
  • Dank an alle Beteiligten, die mit ihrer Initiative dafür gesorgt haben, dass die durch den Abriss des Eckhauses entstandene Lücke nicht auch noch einen hässlichen Anblick hinterlassen hat.


Zum Weiterlesen:


(Quellen: Sifoe.de, Wikipedia, Chris Hadfield 's YouTube-Channel, Nancy Thuleen )