Dienstag, 7. November 2017

Mit Hausfriedensbruch gegen die Klimakiller


Bonn vor dem Beginn der Klimakonferenz der Vereinten Nationen 2017 (COP 23)
(Zusammenstellung aus Fernsehnachrichten des 5. Novembers 2017)

Anlässlich der am 6. November beginnenden Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP 23) demonstrierten auch am 5. November 2017 wieder tausende Menschen gegen die Kohleverstromung. Dieses Mal trugen sie ihren Protest direkt in den Braunkohletagebau im nahegelegenen Rheinischen Revier.

Rund 3000 "Ende Gelände"-Aktivisten zogen zum Hambacher Tagebau und vielen Hundert von ihnen gelang es, bis zum Ziel vorzudringen. Da sie ihren Protest lange im Voraus angekündigt hatten, war der Betreiber des Tagesbaus und der angeschlossenen Braunkohlekraftwerke (RWE) darauf vorbereitet und hatte die Braunkohlebagger durch Absperrungen gesichert. Der Betrieb stand - aus Sicherheitsgründen - jedoch trotzdem still.

Die Polizei hatte angekündigt, sie werde die Personalien der Demonstranten im Tagebau aufnehmen. Anders, als die Aktivisten, die ihre Form des Protests als zivilen Ungehorsam betrachten, betrachten die Polizei und RWE deren Vorgehen als Hausfriedensbruch, also als eine Straftat. Den Demonstranten war allerdings im Voraus bewusst, dass ihr Protest wohl strafrechtlichen Folgen haben würde.

Mit Blick auf die entsprechenden Gesetzestexte haben RWE und die Polizei sicher nicht unrecht. Mit Blick auf die Gesetze der Natur, gegen die ebenfalls niemand ungestraft verstoßen kann, stellt sich aber die Frage, welche Straftat schwerer wiegt:
  • Der Hausfriedensbruch der "Ende Gelände"-Demonstranten, der einen Tag lang den Betrieb im Tagebau lahm legte,
  • oder der fortgesetzte Betrieb der Braunkohlekraftwerke des RWE-Konzerns, dessen CO2-Emissionen eine existentielle Bedrohung für das Leben auf dem gesamten Planeten darstellen.


Selbst die regionalen Schäden an der Landschaft und der Natur, sowie die Zerstörung zahlreicher Dörfer und die Vertreibung tausender Menschen aus ihrer Heimat, sind angesichts der Dimensionen der Folgen der drohenden globalen Klimakatastrophe schon fast vernachlässigbar.


Ein Beispiel für ökologisches wirtschaften

Das Video ist ein Zusammenschnitt aus Fernsehnachrichten des Tages im Vorfeld des UN-Klimagipfels. Ein Filmbeitrag des WDR-Fernsehens zeigt am Beispiel einer Firma, die Kunststoffteile für die Kfz-Industrie herstellt, wie eine klimaneutrale Produktion in einem Industrieland wie Deutschland funktionieren kann.

Sicher sind die von ihm mit Erfolg umgesetzten Ideen keine universell gültigen Lösungsansätze für jeden Betrieb oder jede beliebige Industriebranche. Sie zeigen aber, dass man etwas zum Besseren verändern kann - wenn man die Notwendigkeit für eine ökologische Wirtschaft erkannt hat und sich darauf einlässt, die dafür geeigneten Maßnahmen auch umzusetzen.

Würden alle Unternehmen und Konzerne in Deutschland so denken und handeln, dann könnte sogar das Konzept der FDP funktionieren, die es "dem Markt" überlassen will, den Klimawandel und die globale Erwärmung unterhalb des "plus 2-Grad Ziels" zu stoppen. Leider wird das jedoch nicht funtionieren. Die fossile Industrie, die Energie-Konzerne und ihr Festhalten an den Kohlekraftwerken, sowie die Mauscheleien und Täuschungsversuche der Kfz-Industrie sind dafür die wohl bekanntesten Beispiele.


Demonstration zum Auftakt der Weltklimakonferenz in Bonn: 04.11.2017


(Quellen: WDR, ARD Tagesschau, ARD Tagesthemen, ZDF heute Nachrichten und ZDF heute journals vom 5. November 2017, Ende Gelände, Beoplast, Wikipedia)

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