Montag, 25. August 2014

Daten-Tsunami: Bisher erfolgreich abgewehrt

Bendfeld in der Probstei (Schleswig-Holstein): Spinnennetz statt Breitbandnetz
Einen Tsunami - also eine große, verheerende - Flutwelle, würde wohl niemand gerne auf sein Grundstück lassen. Bei Herrn Dobrindt (CSU, Minister für digitale Infrastruktur) scheint das anders zu sein - zumindest auf den ersten Blick.

Für eine flächendeckende Breitbandversorgung mit 50 Megabit pro Sekunde bis zum Jahr 2018, vor allem in ländlichen Regionen sei eine Infrastruktur notwendig, mit der sich eine immer weiter anwachsende Datenmenge überall in Deutschland nutzen lasse. Um zu bekräftigen, welche Herkulesaufgabe er diesbezüglich zu bewältigen hat, meinte er am letzten Mittwoch in den Medien: "Wir stehen vor einem Daten-Tsunami".

Nun ja: Bisher ist dieser "Daten-Tsunami" - unter anderem auch in dem ländlichen Gebiet, in dem meine Schwester zu Hause ist - offensichtlich recht erfolgreich abgewehrt worden. Ein paar Dörfer weiter, in Bendfeld, greifen die Menschen jetzt zur Selbsthilfe. Sie verlegen Leerrohre in Eigenregie, damit die Telekom dort Glasfaser-Breitbandkabel für sie einziehen kann.

Bei den diesjährigen Probsteier Korntagen haben die Dorfbewohner das Thema auch in ihrer Strohfigur verarbeitet: Der Verbindungsaufbau zum Internet dauert schon so lange, dass inzwischen eine Spinne ihr Netz mit dem Laptop verbunden hat ...

Auf den zweiten Blick hat Herr Dobrindt sich wohl etwas vergriffen und einen nicht wirklich passenden Vergleich für die zunehmende Datenmenge im Internet herangezogen. Da die digitale Agenda, die er jetzt vorgestellt hat, erst einmal nichts weiter ist, als ein "Hausaufgabenheft", wird sich an der Qualität der Netzanbindung "in ländlichen Gebieten" wohl leider so schnell auch nichts ändern. In seinem Heft hat der Herr Minister zwar notiert, was getan werden muss, nicht aber wann das geschehen soll, was das genau kosten wird und wer das von welchem Geld bezahlen soll.

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