Mittwoch, 19. September 2012

"St. Florian" oder "das Problem mit dem Problem"

Atomkraft? Nein Danke! Noch in diesem Monat ist mit einem geplanten Transport von Mischoxid-Brennelementen (MOX) aus der Atommüll-Aufbereitungsanlage "Sellafield" (Windscale, England) zum Atomkraftwerk "Grohnde" zu rechnen. Ein weiterer Transport ist für den November dieses Jahres geplant. Die Brennelemente sollen im Hafen von Nordenham umgeschlagen werden. Nach dem Umschlag eines vorangegengenen Atommülltransports in Nordenham mit dem Ziel USA regt sich inzwischen Widerstand gegen die Aussicht, dass der privat betriebene Midgard-Hafen in Nordenham zur Atomdrehscheibe der Nation verkommen könnte.

Im Unterschied zu "normalen" Brennelementen bestehen die MOX-Brennelemente aus einer Mischung von Urandioxid und Plutoniumdioxid (die Angaben zum Plutonium-Anteil, die ich gefunden habe, liegen zwischen fünf und acht Prozent). Plutonium (Pu) entsteht - neben vielen anderen radioaktiven Elementen - unweigerlich bei der Kernspaltung in jedem der weltweit betriebenen Atomkraftwerke.

Wenn bei einem Unfall freigesetzte Plutonium-Partikel in den Körper gelangen (Inhalation, Nahrungsaufnahme etc.), dann weist Plutonium eine höhere radiologische Giftigkeit und kürzere Reaktionszeiten auf als Uran (U). Die potentielle Gefährdung durch Plutonium reicht nach menschlichen Maßstäben "für die Ewigkeit": Die Halbwertsszeit des "Bomben-Plutonium"-Isotops (239-Pu) beträgt beispielsweise 24110 Jahre, die des "reaktorfähigen" Isotops 240-Pu immerhin 6564 Jahre.

Am 08.09.2012 berichtete die "Nordwest Zeitung" (NWZ) über Betrachtungen des Physikers Wolfgang Neumann. Demzufolge sind die von der britischen Firma "British Nuclear Fuels" (BNFL) entwickelten Stahlbehälter, die für den Transport der MOX-Brennelemente verwendet werden, zwar nach internationalen Genehmigungskriterien in die höchste Sicherheitskategorie eingestuft, aber die Fall-, Feuer- und Druckbeständigkeit seien zu einem großen Teil nur in der Theorie hochgerechnet worden. Pikanterweise - mit Blick auf den Super-GAU in der japanischen Atomkraftanlage "Fukushima Daiichi" und den daraufhin bekannt gewordenen Filz aus Politik und Atomkonzernen - wurde BNFL im Jahre 2006 zu 100 Prozent von dem japanischen Konzern Toshiba übernommen.

Darüberhinaus würden Herrn Neuman zufolge die von BFNL angewendeten Prüfkriterien nicht ausreichen, um alle Risiken abzudecken. Beispielsweise sei für die Beurteilung der Brandsicherheit lediglich eine Dauer von 30 Minuten angenommen worden und die Feuerfestigkeit des Behälters noch nie getestet worden. Sollte der Transport durch den Wesertunnel führen, dann könnten in der engen Röhre bei einem Brand infolge eines möglichen Unfalls Temperaturen erreicht werden, denen die Transportbehälter nicht standhalten würden, so dass es zur Freisetzung von Radioaktivität mit schwerwiegenden Folgen käme.

Auch den für den Seetransport vorgesehenen Frachter halte Herr Neumann für "wenig vertrauenswürdig". So verfüge der Rumpf der "Atlantic Osprey", die den Transport voraussichtlicht übernehmen werde, weder über einen doppelwandigen Rumpf noch über ein Querschott und ein zweites, unabhängiges Antriebssystem für Notfallsituationen sei ebenfalls nicht vorhanden. Aufgrund der offensichtlichen Sicherheitsmängel haben sich französische Behörden einem Bericht von contrAtom zufolge offenbar bereits bereits 2010 gegen den Transport hochgefährlicher radioaktiver Materialien mit der mehr als 25 Jahre alten "Atlantic Osprey" ausgesprochen.


Atommüll-Aufbereitung

Solange irgendwo auf der Welt noch Atomkraftwerke betrieben werden, wird mit dem weltweit weiterhin angehäuften Atommüll auch die Menge des darin enthaltenen Plutoniums zunehmen. Darüberhinaus sank seit dem Ende des atomaren Wettrüstens während des Kalten Krieges der Bedarf an dem in einigen Rektortypen anfallenden, für die Verwendung in Atomwaffen geeigneten Plutoniums (239-Pu). Sollten die weltweiten Atomwaffenlager eines Tages wirklich komplett abgerüstet worden sein, dann wird die Menschheit vor einem gefährlichen Berg aus hochradioaktivem Plutonium stehen, der das ohnehin schon nicht zu lösende Atommüllproblem zusätzlich verschärft.

Als eine scheinbar unbedenkliche Lösung des Plutonium-Problems propagieren die Atomkonzerne die Herstellung von MOX-Brennelementen in Atommüll-Aufbereitungsanlagen. Dort werden die in den "abgebrannten" Brennelementen verbliebenen, noch verwertbaren Uran- und Plutonium-Anteile vom Rest des Atommülls abgetrennt. Durch Anreicherung können ca. zehn Prozent des Urans für Herstellung neuer Brennelemente wiederverwendet werden. In einem Artikel vom 15.04.2010 schreibt die Internetzeitung "Russland-Aktuell", das Plutonium aus der mit den USA vereinbarten beiderseitigen Abrüstung der Atomwaffen könne nur in Form einer "End"-Lagerung nach einer Vermischung mit anderen atomaren Abfällen oder durch die Herstellung von MOX-Brennelementen für den Betrieb ziviler Atomkraftwerke beseitigt werden. Verschwiegen wird dabei allerdings, dass die Herstellung von MOX-Brennelementen erheblich gefährlicher ist als diejenige reiner Urandioxid-Brennelemente und dass der dafür notwendige Aufwand auch nicht "umsonst" zu haben ist. So hat die Herstellung von MOX-Brennelementen in der Atom-Aufbereitungsanlage Sellafield die britischen Steuerzahler bisher beispielsweise 1,4 Milliarden Euro gekostet und laut "Russland-Aktuell" schlagen die bis 2010 vereinbarten Abrüstungsmaßnahmen für Russland mit 2,5 Milliarden Dollar zu Buche. Davon abgesehen ist das Gefährdungspotential infolge der Verwendung von MOX-Brennelementen im Falle eines Super-GAUs um ein vielfaches höher als beim Einsatz "normaler" Urandioxid-Brennelemente.


Politische Handlanger

An diesen Fakten ändert auch die Meinung Herrn Thümlers (CDU, Niedersachsen, Fraktionsvorsitzender im Landtag) nichts, der am 15.09.2012 der NWZ gegenüber feststellte, dass seit 2001 in Deutschland mehr als 200 Transporte von MOX-Brennelementen durchgeführt worden seien, ohne, dass es zu Vorfällen oder Gefahrenlagen gekommen sei. Die für die Atom-Transporte notwendigen gesetzlichen Grundlagen seien im übrigen von der rot-grünen Bundesregierung geschaffen worden. Seiner Meinung nach sollte die Politik im Sinne der Verlässlichkeit am vereinbarten Fahrplan festhalten und die verbliebenen Atomkraftwerke so lange wie vorgesehen weiterlaufen lassen. Da diese dazu weiter mit Brennelementen versorgt werden und die verbrauchten Elemente entsorgt werden müssten, sei ein kompletter Verzicht auf den Transport von Brennelementen nicht möglich.


Es wird schon nichts passieren

Mit diesem rethorischen Ablenkungsversuch ignoriert Herr Thümler nicht nur die bereits genannten Gefahren, sondern er suggeriert darüber hinaus eine bestehende Notwendigkeit zum Weiterbetrieb der verbliebenen neun Atomkraftwerke in Deutschland bis 2022. Dabei unterschlägt er das für eine umfassende Betrachtung der Risiken und Gefahren wachsende Problem aufgrund des weiterhin produzierten Atommülls - inklusive des beim Betrieb der Atomkraftwerke entstehenden Plutoniums!

Und dass die gesetzlichen Grundlagen für Atomtransporte von Bundesregierung unter Herrn Schröder (SPD, ehemaliger Bundeskanzler) - im Nachhinein betrachtet zum Vorteil der derzeitigen schwarz-gelben Bundesregierung - "verbockt" wurden, ist keine Entschuldigung für die Ignoranz Herrn Thümlers gegenüber den Sorgen und Ängsten der Bürger. Dafür, dass diese nicht unbegründet sind, sprechen neben den Betrachtungen Herrn Neumanns auch die darüber hinaus bereits genannten Fakten. Nebenbei bemerkt rechne ich es den Grünen in der damaligen rot-grünen Bundesregierung immer noch hoch an, dass es unter erheblich schlechteren Voraussetzungen überhaupt gelungen ist, den Atomkonsens zu verwirklichen.

Die Erinnerung daran, dass es insbesondere bezüglich der Nutzung der Atomkraft keine Garantie dafür gibt, dass auch in Zukunft schon nichts passieren wird, nur weil glücklicherweise bisher alles gut gegangen ist, wurde uns auf brutale Weise erneut ins Bewusstsein gerufen, als es nach dem Super-GAU von "Tschernobyl" (April 1986) im März 2011 zum zweiten Super-GAU in einem Atomkraftwerk ("Fukushima-I", Japan) kam. Dass es bei den "mehr als 200" Transporten von MOX-Brennelementen bisher zu keinem Unfall kam, ist wohl eher dem Zufall als den von Menschen verfassten Gesetzen zuzuschreiben.


Die Sache mit dem Plutonium-Tauschgeschäft

In einer Sendung des "Nord-West-Radios" argumentiert auch Herr Birkner (FDP, Niedersachsen, Umweltminister) mit den in der Regierungszeit der rot-grünen Bundesregierung veranschiedeten Gesetzen bzgl. der Atomtransporte und des Einsatzes von MOX-Brennelementen. Daraus folge, dass Deutschland die MOX-Brennelemente jetzt auch "zurücknehmen" müsse (wobei sich die Frage stellt, welche MOX-Brennelemente zurückzunehmen sind, wenn vorher keine nach "Sellafield" geliefert worden sind - gemeint war wohl der Rohstoff Atommüll). Es läge im "gemeinsamen Interesse", dass das Plutonium nun in den (deutschen) Atomkraftwerken abgebrannt werde.

Es mag ja im gemeinsamen Interesse der Atomkonzerne und einiger Politiker aus den Reihen der CDU, der CSU und der FDP liegen, den Weiterbetrieb der verbliebenen deutschen Atomkraftwerke sicherzustellen. Das gemeinsame Interesse der Mehrheit der Bundesbürger ist es jedoch, dass sie in der Zeit bis Ende 2022 nicht doch noch zu Opfern von Atomunfällen und atomaren Super-GAUs werden. Bezüglich der Notwendigkeit zur "Rücknahme" von in der britischen Atommüll-Aufbereitungsanlage "Sellafield" aus deutschem Atomüll hergestellten MOX-Brennelementen habe ich auf den Seiten des "Nuklearforums Schweiz" einen interessanten Artikel vom 20.07.2012 gefunden. Darin wird über ein Plutonium-Tauschgeschäft zwischen Grossbritannien und Deutschland berichtet.

Zwischen der britischen "Nuclear Decommissioning Authority" (NDA), der "Areva" (Betreiber der Atommüll-Aufbereitungsanlage in La Hague, Frankreich) und nicht näher benannten deutschen Atomkonzernen sei vereinbart worden, dass die NDA vier Tonnen in Sellafield gelagertes Plutonium übernimmt, welches bisher den deutschen Atomkonzernen gehört habe. Diese würden dafür im Gegenzug Plutonium aus Frankreich erhalten, welches von "Areva" zur Herstellung von MOX-Brennelementen verwendet werde. Herrn Hendry (Großbritanien, Energieminister) zufolge könnten somit MOX-Brennelemente für deutsche Atomkraftwerke in Frankreich hergestellt werden, ohne dass Plutonium dorthin transportiert werden müsse. Die "Euratom Supply Agency" (ESA) habe diese Transaktion begrüsst. Weiterhin ist in dem Artikel des "Nuklearforums Schweiz" zu lesen, dass die Regierung Grossbritanniens im Dezember 2011 entschieden hat, ihre zivilen Plutonium-Vorräte aufzubrauchen und zu einem grossen Teil zu MOX-Brennelementen zu verarbeiten. Sie habe bereits damals betont, dass auch ausländische Kunden von diesem Angebot Gebrauch machen können.


Wenn also im Rahmen des Tauschgeschäfts MOX-Brennelemente für deutsche Atomkraftwerke aus Frankreich geliefert werden könnten, dann stellt sich unter anderem die Frage, warum dann der riskante, angeblich unumgängliche Seertransport von der Atommüllaufbereitungsanlage "Sellafield" über Nordenham zum Atomkraftwerk "Grohnde" durchgeführt werden soll. Ist es für E.ON möglicherweise kostengünstiger, "von diesem Angebot Gebrauch zu machen", als den zukünftigen Atommüll aus Frankreich zu importieren? (Ich weise vorsorglich darauf hin, dass ich hier kein Plädoyer für den Import von Atom-Brennelementen - woher auch immer - führe, sondern die Notwendigkeit eines Seetransports mit Umschlag in Nordenham in Frage stelle!)


Ist Grohnde abhängig von Nordenham?

In dem Artikel der NWZ vom 15.09.2012 meint Herr Wreden (CDU, Stadtverband, Vorsitzender), die Atom Transporte seien sicher. Die Transportbehälter würden genauso getestet wie Castoren und würden von qualifizierten Strahlenschutzexperten begleitet. Außerdem habe er Vertrauen in das Midgard-Personal. Er glaube nicht, dass Nordenham zu einer Drehscheibe des Umschlags von Brennelementen werde. Nur das Atomkraftwerk "Grohnde" sei abhängig von der Versorgung mit Brennstäben über Nordenham. Alle anderen Atomkraftwerke könnten über andere Wege versorgt werden.

Bezüglich der Sicherheit der Transportbehälter der BNFL verweise ich auf die Betrachtungen Herrn Neumanns weiter oben. Herr Smital (Greenpeace, Kernphysiker) sagte dazu in einer Sendung des "Nordwest Radios" vom 19.09.2012, die Transportbehälter seien so stabil gebaut, dass sie einen normalen Verkehrsunfall wohl überstehen würden. Er halte es aber nicht für undenkbar, dass es zu nicht vorhersehbaren Unfallsituationen kommen könnte, bei denen Radioaktivität freigesetzt werden könnte. Die "qualifizierten Strahlenschutzexperten" und das Personal der "Rhenus-Midgard" mögen sich ja noch so redlich bemühen, aber im Falle einer Freisetzung radioaktiver Partikel infolge eines möglichen schweren Unfalls würden sie wohl auch an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stoßen. Und dass das Atomkraftwerk "Grohnde" nicht ebenso wie alle anderen acht Atomkraftwerke auch über andere Wege mit dem Rohstoff für die Atommüllproduktion versorgt werden kann, ist aus meiner Sicht zunächst einmal nichts weiter, als eine nicht belegte Behauptung Herrn Wredens.


Resolution des Stadtrats und des Kreistags

Einem Artikel der Online-Ausgabe der NWZ vom 18.09.2012 ist zu entnehmen, dass auch Politiker der SPD, der Grünen und der Linken eine andere Meinung bezüglich der Sicherheit und Notwendigkeit des Transports der MOX-Brennelemente aus "Sellafield" über den Hafen von Nordenham haben. In einer gemeinsamen Sondersitzung des Nordenhamer Stadtrats und des Wesermarsch-Kreistags hätten sie für eine Resolution gegen Atomtransporte gestimmt, die am 18.09.2012 verabschiedet worden ist. Die Kernaussage der Resolution laute: "Nordenham darf keine Atomdrehscheibe werden". Mit der Resolution würden die zuständigen Behörden aufgerufen werden, die Genehmigung für den Transport und den geplanten Umschlag von 16 MOX-Brennelementen aus der Atommüll-Aufbereitungsanlage "Sellafield" in Nordenham für das Atomkraftwerk "Grohnde" (Eon) zurückzunehmen und weitere Atomverladungen in Nordenham zu untersagen.

Darüber hinaus enthalte die Resolution die Aufforderung an die Landesregierung, "alle politischen und rechtlichen Möglichkeiten zu nutzen, um zu verhindern, dass der private Midgard-Hafen in Nordenham als Umschlaghafen für radioaktive Stoffe genutzt und der Umschlag solcher Gefahrgüter noch ausgeweitet wird". Begründet werde an die Bundes- die Landesregierung und an das Bundesamt für Strahlenschutz gerichtete Appell mit der "großen Sorge um die Gesundheit und Unversehrtheit der Bürger".


Das Problem mit dem Problem

Die NWZ schreibt in ihrem Artikel weiter, Herr Stellmann (CDU) habe die Resolution gegen Nukleartransporte als "St. Florian in Reinkultur" kritisiert. Das Problem werde mit dieser Abschottung anderen überlassen. Zudem würde das Nein zu Atomtransporten vor Ort bedeuten, dass auch bei der Demontage des Kernkraftwerks Unterweser kein Nuklearmaterial auf den Straßen der Wesermarsch befördert werden dürfte. Die NWZ zitiert Herrn Stellmann mit den Worten: "Dann bekommen wir hier ein Endlager."

Merkwürdig ist, dass Herr Stellmann und seine Parteifreunde "das Problem" - wie nach der Sperrung der Bremer Seehäfen für Atombrennstoffe bekannt wurde - bisher unter anderem gerne stillschweigend auf Bremerhaven abgeschoben haben. Dabei haben sie ja eigentlich nur das Pech, dass die Atom-Transporte infolge der missglückten Geheimhaltung des Atommüllumschlags im Juli dieses Jahres öffentlich geworden sind. Anderenfalls hätten jetzt kein Problem mit dem Problem, das aus ihrer Sicht wohl ohnehin eher in der Berichterstattung in den Medien als in den Transporten selbst zu sehen sein wird.

Begrüßenswert ist die simple Erkenntnis Herrn Stellmanns, dass es offenbar ein Atommüll-"End"-Lager-Problem gibt. Seine drohenden Worte: "Dann bekommen wir hier ein Endlager.", lassen allerdings darauf schließen, das er dieses Problem lieber nach Gorleben, Lubmin oder sonst irgendwohin abschieben würde, als dass er sich vor seiner eigenen Haustür damit auseinandersetzen müsste. Wie war das doch gleich noch mit dem "St. Florian in Reinkultur"?




Abschließend noch ein Veranstaltungshinweis ...

Paddeln gegen MOX-Brennelemente Umschlag

Den Atomkonzern E.ON und seine Erfüllungsgehilfen aus den Bundes- und Landesbehörden werden die Fakten, die gegen den Transport und die Verwendung von MOX-Brennelementen wohl kaum interessieren. Deshalb schlägt contrAtom vor, am "näXten" Sonntag mit einer kreativen Paddeltour auf der Weser vor Nordenham Akzente zu setzen.
  • Um 13.30 Uhr ist Treffen am Weserufer, Neptunstraße, 26954 Nordenham. Um 14 Uhr ist Paddeln auf der Weser angesagt mit Fahnen und Transparenten.
Weitere Infos gibt es auf der Internetseite von contrAtom.

Englischen Atomkraftgegnern zufolge hat die "Atlantic Osprey" den Hafen von Workington (England) verlassen. Ob der mit MOX-Brennelementen beladene Lkw an Bord ist, sei jedoch bislang nicht bekannt. Atomkraftgegner halten sich bereit, das Schiff bei seiner Ankunft gebührend zu empfangen. Auch Entlang der Transportstrecken von Nordenham nach Grohnde haben zahlreiche Initiativen Proteste angekündigt.


... und eine Unterschriftenaktion

Die "Aktion Z" und der "Arbeitskreis Wesermarsch" haben zu einer Unterschriftenaktion gegen den Umschlag von Brennelementen, Atommüll etc. über den Hafen von Nordenham aufgerufen. Die Umweltschutzorganisation "Robin Wood" unterstützt die Unterschriftensammlung mit einer zusätzlichen Online-Unterschriftenliste auf seiner Internetseite "umweltFAIRändern". Hier ist der Text der damit verbundenen Forderungen im Wortlaut:
"Wir lehnen die gefährlichen Transporte von radioaktiven Mischoxid-Brennelementen durch den Nordenhamer Hafen ab.

Wir fordern

  • den Nordenhamer Stadtrat auf, alle radioaktiven Umschläge über den Hafen abzulehnen
  • die niedersächsische Landesregierung auf, alle niedersächsischen Häfen nach dem Vorbild des Landes Bremen für den Umschlag von radioaktivem Material zu sperren.
  • von der Bundesregierung die Stilllegung aller Atomkraftwerke wie auch der niedersächsischen Atomkraftwerke Emsland und Grohnde"

Wer diese Forderungen unterstützen möchte, der kann diese auf der Internetseite "umweltFAIRändern" online unterzeichnen.


(Quellen: NWZ - Bericht 1 und Bericht 2 vom 18.09.2012, NWZ vom 15.09.2012 und vom 08.09.2012, contrAtom vom 10.09.2012, Nuklearforum Schweiz vom 20.07.2012, Internetzeitung "Russland-Aktuell" vom 15.04.2010, Wikipedia, Marinetraffic)

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