Dienstag, 25. September 2012

Plutonium MOX-Brennelemente Umschlag

Protest gegen den Umschlag von MOX-Brennelementen in Nordenham

Da vieles auf die Möglichkeit hindeutete, dass die "Atlantic Osprey" mit ihrer strahlenden, tödlichen, Fracht in den frühen Morgenstunden des 23.09.2012 am Anleger des Midgard-Hafens in Nordenham eintreffen könnte, hatte sich bereits in der Nacht vor der erwarteten Ankunft vor Ort eine Nachtwache eingefunden. Den "Atomalarm" hatten die Organisatoren ab 4 Uhr morgens ausgerufen.

Begleitet vom Schlepper "Bremerhaven" und einem "Geleitzug" aus Greenpeace-Schlauchbooten, die wiederum von einer Flotte von Polizeischlauchbooten daran gehindert wurden, etwas "erwartet Unerwartetes" zu unternehmen, kam das Schiff dann zwölf Stunden später weseraufwärtsfahrend in Sicht.

Trotz der Bemühungen der Besatzungen der Polizeischlauchboote war es einem Aktivisten gelungen, den Wulstbug der "Atlantic Osprey" zu entern. Während der Vorbeifahrt des Schiffes saß er dort mit einem gelben Anti-Atom-Transparent in den Händen. Das von den Greenpeace-Booten gestörte Anlegemanöver, mit weißen Overalls bekleidete Menschen - nach Auskunft der Organisatoren vermutlich Beauftragte des NMU - und sonstige, für die Beobachter an Land unsichtbare Angelegenheiten, führten dazu, dass die beiden angekündigten "Spezial-Lkw's" erst nach 19 Uhr den Anleger verließen und, von einer großen Polizei-Eskorte begleitet, in Richtung Atomkraftwerk "Grohnde" aufbrachen.

Einige der Atomkraftgegner, denen nach den langen Stunden des Wartens die Beine schmerzten, hatten beabsichtigt, für einige Zeit auf die Straße Platz zu nehmen, waren daran aber von den in großer Zahl anwesenden Polizeibeamten erfolgreich gehindert worden.

Nicht wenige der Anwesenden werden sich über die "Spezial-Lkw's" gewundert haben, da sie sicher so etwas wie die inzwischen bestens bekannten Castor-Straßentransporter erwartet hatten. Die beiden schlicht-grauen Lkw's wären ohne die nicht zu übersehende Polizei-Eskorte im Straßenverkehr mit Sicherheit nicht aufgefallen. Einzig die kleinen, unscheinbaren Warnschilder unten an der Rückseite der Sattelauflieger deuteten darauf hin, dass sie radioaktive Fracht transportierten. Möglicherweise bezieht sich die Bezeichnung "Spezial-Lkw" aber ja auch darauf, dass diese durch ihre Tarnung erst aus der Nähe und bei genauem Hinsehen als Atomtransport erkennbar sind.

Einer Information der Organisatoren zufolge kam es trotz des Polizeiaufgebots und gesperrter Nebenstraßen in Friedrich-August Hütte an einer Brücke der B 212 zu einer Verzögerung des Transports durch etwa 10 Atomkraftgegner, die sich dort angekettet hatten.

Es seien wohl an die 1000 Polizisten aus den verschiedensten Regionen Niedersachsens nach Nordenham beordert worden und eine ähnliche Zahl Schaulustiger sei am Deich unterwegs gewesen. Darüberhinaus gab es Nachmittags noch einen "Anti-Atom-Deischspaziergang". Die angekündigte Paddelbootaktion auf der Weser fiel jedoch kleiner aus als geplant, da die Paddler wohl die Strömung unterschätzt hatten.

Die Anzahl der Demonstranten wird von den Organisatoren mit "mindestens 100 Menschen" angegeben. Die Nordsee-Zeitung schrieb am 24.09.2012, dass Polizeiangaben zufolge 50 Atomkraftgegner gegen den Transport demonstiert hätten. Da während der gesamten Zeit aber unterschiedlich viele Atomkraftgegener vor Ort waren (auch ich musste zwischendurch noch einmal nach Hause), wird ihre Zahl im Mittel wohl bei 80 bis 100 Demonstranten gelegen haben.


(Quellen: Nordsee-Zeitung vom 24.09.2012, Aktionskreis Wesermarsch, Aktion-Z)

Kommentare:

Weserkrabbe hat gesagt…

Lieber Jürgen, dass Du dort warst ist sicher auch viel wichtiger gewesen als das Straßenfest. Ich bewundere Dich, dass Du immer am Ball bist, wenn es darum geht, die Welt zu verbessern, auch wenn es noch so weit ist. Und da Du das ja auch für uns tust, danke ich Dir dafür.

liebe Grüsse
Brigitte

Frau Momo hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.
juwi hat gesagt…

@Frau Momo: Aus versehen ist dein Kommentar im Papierkorb gelandet (Danebengeklickt!). Ich habe den Text aus der E-Mail-Kopie wiederhergestellt (Zitat): "Wir wären wohl auch nach Nordenham gekommen, aber es ging aus bekannten Gründen ja diesmal leider nicht." ... Wie es aussieht, gibt es im November wohl die zweite Auflage. Vielleicht klappt es ja dann.

Kommentar veröffentlichen



Eigene Meinungen, konstruktive Kritik, Anregungen etc. sind jederzeit willkommen.

Nettikette
Bitte achtet auf den »guten« Ton.
Beschimpfungen und ähnliches werden im Papierkorb veröffentlicht.


Anonyme Kommentare:
Wenn ihr "Anonym" bei "Kommentar schreiben als" auswählt, dann lasst mich und die anderen Leser bitte wissen, wer ihr seid.

Um faire Diskussionen zu gewährleisten, werde ich Kommentare ohne "Identität" in Form einer E-Mail-Adresse, einem Namen oder zumindest einem Nicknamen nicht veröffentlichen!

Zum Schutz vor Spammern müssen die Kommentare erst von mir freigeschaltet werden. Ich bitte dafür um euer Verständnis.