Sonntag, 9. Januar 2011
Erd-Männchen
"Erd-Männchen" (©2011 by juwimuwi)
Es geht doch nichts über die Philosophie der Erd-Männchen. Und mal ehrlich: Auf diese Frage haben wir doch schon lange gewartet ... - und zwar nicht nur die Machos dieser Welt ;)
Freitag, 7. Januar 2011
Die gute alte Zeit und die strahlende Zukunft
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| Bremerhaven, Alter Hafen: Außengelände des DSM |
Dreimast Bark "Seute Deern"
Vor den Wohntürmen des Columbus Centers im Hintergrund ist der schwarze Holzrumpf der Bark "Seute Deern" zu sehen, die 1919 auf der "Gulfport Shipbuilding Co." Schiffswerft (USA, Bundesstaat Mississippi) als Viermast-Gaffelschoner "Elisabeth Bandi" vom Stapel gelaufen war. Für diejenigen unter euch, die der plattdeutschen Sprache nicht mächtig sind: "Seute Deern" heißt auf Hochdeutsch "Süßes Mädchen".
Am 22. Juni 1966 machte das inzwischen zu einer Dreimast-Bark umgebaute Schiff an seinen Liegeplatz im "Alten Hafen" von Bremerhaven fest und wurde 1972 als Gründungsgeschenk von der Stadt Bremerhaven an das "Deutsche Schiffahrtsmuseum Bremerhaven" (DSM) übergeben. Heute wird die "Seute Deern", die inzwischen schon seit langem eines der Wahrzeichen Bremerhavens ist, als Restaurant-, Museums- und Trauungsschiff genutzt.
Das Museumsschiff ist heute der größte im Original erhalten gebliebene hölzerne Frachtsegler der Welt. Es steht für eine lange Epoche, in der nur mit der Kraft der Muskeln der Besatzungen und der geschickten Nutzung des Windes große Leistungen in der Seefahrt vollbracht wurden. Diese Zeit wird in Bremerhaven immer dann noch einmal wieder lebendig, wenn sich die Großsegler aus aller Herren Länder alle fünf Jahre zur "Sail Bremerhaven" ein Stelldichein geben. Sie endete, als die Konkurenz der Kohlebefeuerten Dampfschiffe übermächtig wurde.
Die Große Zeit der "Dampfer" war jedoch bald schon wieder zu Ende, als sie von den mit Schweröl angetriebenen Diesel-Schiffen abgelöst wurden. In Anbetracht des zum großen Teil durch die Verbrennung fossiler Energieträger verursachten Klimawandels könnte ich mir jedoch gut vorstellen, dass die großen Segelschiffe in einer nicht mehr allzufernen Zukunft noch einmal eine Renaissance erleben könnten ...
In Vordergrund ist auf dem Foto oben der Schornstein des ehemaligen Frachtschiffes "Otto Hahn" zu sehen.
"Otto Hahn" - der Atomfrachter
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| Die "Otto Hahn" an der Columbuskaje in Bremerhaven (Anfang der 1970er Jahre) |
1979 wurde der Atomantrieb stillgelegt und der Reaktor Druckbehälter wurde zusammen mit den Brennstäben in Geesthacht eingelagert. Im Sommer 1982 erwarb der Hamburger Reeder Harm Vellguth (Projex Reederei) das ehemalige "Atomschiff", und ließ es auf der "Rickmers Werft" in Bremerhaven für 40 Millionen DM zu einem Containerschiff mit Dieselantrieb umbauen. Ende 2009 wurde die ehemalige "Otto Hahn" nach mehreren Besitzerwechseln von der griechischen "Alon Maritime Corporation" für 2,45 Millionen US-Dollar nach Bangladesch verkauft, wo es dann abgewrackt wurde.
Die 52 Brennstäbe aus Geesthacht wurden im Sommer 2010 zur Aufbereitung in das Atomzentrum Cadarache (Südfrankreich) gebracht, von wo aus sie am 17. Dezember entgegen des erheblichen Widerstands der Anti-Atomkraftbewegung in Mecklenburg-Vorpommern in das sogenannte Atommüll-"Zwischen"-Lager Nord bei Greifswald transportiert wurden. Die strahlenden Hinterlassenschaften aus der elfjährigen Episode der deutschen Atomschifffahrt werden auch in hunderttausenden von Jahren noch ein lebensgefährliches Erbe darstellen, wenn der Schornstein auf dem Gelände des DSM schon längst zu Rost zerfallen sein wird ...
Auch das deutsche "Atomschiff" ist jetzt schon seit langer Zeit Geschichte. Sein Schornstein, über den die Abgase der konventionellen Hilfsmaschinen abgeführt wurden, steht heute auf dem Außengelände des Deutschen Schiffahrtsmuseums für eine Zeit, in der die Menschen glaubten, sie könnten sich mit ihrer Technik über die Gesetze der Natur hinwegsetzen ... - ein fataler Irrtum, der leider auch heute noch in viel zu vielen Köpfen sein Unwesen treibt. Ob ich es wohl noch einmal erleben werde, dass auch die deutschen Atomkraftwerke Geschichte sein werden und Fotos und Videos davon im "Museum der gemeingefährlichen Irrwege" den Besuchern einen gruseligen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagen werden?
(Quellen: DSM, Wikipedia, Internetseite der "Seute Deen")
Donnerstag, 6. Januar 2011
4302 meldepflichtige Ereignisse seit 1974
Nach meinem Artikel über das Atomkraftwerk Unterweser bin ich gefragt worden, ob ich Informationen darüber habe, wann es nach der verlängerten Betriebsgenehmigung seitens der wespenfarbenen Bundesregierung abgeschaltet werden wird. Dazu kann ich nur soviel sagen: Es heißt, es werde 2020 stillgelegt werden. Nur: Glauben mag ich das nicht. Wer weiß denn heute schon, wie viele Verlängerungen von Betriebsgenehmigungen für Atomkraftwerke uns im Falle weiterer CDU/CSU und FDP Regierungen noch bevorstehen?
Da derartige Fragen wohl für alle Atomkraftwerke interessant sein dürften, habe ich heute einmal eine Tabelle zusammengestellt, aus der
- die Betriebszeiten (Erst-Inbetriebnahme bis 31.01.2010)
- die Zeitpunkte der Stilllegung (Atomkonsens von 2000 mit Stand vom Mai 2010)
- die Zeitpunkte der voraussichtlichen Stilllegung ("Laufzeitverlängerung")
- und ein Ranking der meldepflichtigen Störfälle
hervorgehen.
- während der bisherigen Betriebsjahre bis zum 31.10.2010
- und der mittleren Anzahl der Störfälle pro Betriebsjahr
Die Liste der meldepflichtigen Ereignisse, die glücklicherweise nicht zu einem GAU oder Super-GAU geführt haben, ist auf besorgniserregende Weise äußerst beeindruckend. Allein aus den 17 noch in Betrieb befindlichen Atomkraftwerken wurden seit 1974 (Erst-Inbetriebnahme des ältesten noch betriebenen Atomkraftwerks "Biblis A") bis zum 31.10.2010 insgesamt 4302 Erreignisse gemeldet. Das waren während der 36 Jahre im Mittel knapp 120 Ereignisse pro Jahr - oder anders ausgedrückt: An jeden 2. Tag hatten die Atomkonzerne ein Ereignis zu melden! Diese Zahlen habe ich mir nicht ausgedacht. Sie stammen aus einer Tabelle des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS). Hinzu kommen noch die meldepflichtigen Ereignisse der drei inzwischen stillgelegten Atomkraftwerke Obrigheim, Mühlheim-Kärlich und Stade sowie die der DDR im Osten Deutschlands. Von einem reibungslosen - also sicheren! - Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland kann also wohl kaum die Rede sein.
In meiner Tabelle habe ich das Atomkraftwerk "Unterweser" hervorgehoben, weil es nur 15 km Luftlinie vom Zentrum Bremerhavens entfernt auf der anderen Seite der Weser liegt. In beiden Rankings liegt es an der oberen Grenze des Mittelfeldes der 17 Atomkraftwerke.
Bei der Betrachtung der Gesamtbetriebszeit belegt es den 6. Platz (337 meldepflichtige Ereignisse) und bezogen auf die mittlere Anzahl der Störfälle (10,5 meldepflichtige Ereignisse pro Jahr) kommt es auf Platz 7. Bei der gesamten Anzahl der meldepflichtigen Ereignisse liegt es sogar noch vor dem Vattenfall-Pannenreaktor "Krümmel" (320 meldepflichtige Ereignisse) bei Hamburg. Angeführt wird das Feld in beiden Kategorien vom Vattenfall-Pannenreaktor "Brunsbüttel" (462 meldepflichtige Ereignisse bzw. 13,6 pro Jahr) gefolgt vom AKW "Neckarwestheim 1" (ebenfalls in beiden Kategorien: Insgesamt 425 und 12,5 meldepflichtige Ereignisse pro Jahr).
Tabelle:
Atomkraftwerke in Deutschland
Betriebszeiten (Atomkonsens, plus Betriebsverlängerung),
Anzahl der Störfälle und Störfall-Ranking

Zum Vergrößern bitte auf die Vorschau-Tabelle klicken
Bei der Betrachtung der meldepflichtigen Ereignisse "pro Jahr" ist zu bedenken, dass sich die möglichen zukünftigen Störfälle der einzelnen Atomkraftwerke natürlich nicht berücksichtigen lassen.
(Quellen: BfS, AKW-Standorte - Stand: 31.10.2010, Agenda 21 Treffpunkt - Stand: 31.10.2010, Interaktive Grafik des ZDF)
Mittwoch, 5. Januar 2011
Atomkraftfreie Zone?
scheinbar im gelobten (Bundes)-Land. Proteste
gegen die Verlängerungen der Betriebsgeneh-
migungen für die Atomkraftwerke regen sich
anderswo, kaum jedoch in Bremen oder
Bremerhaven. Lediglich, als kurz vor Weihnachten ein Atommüll-
Transport über die Bremerhavener Seehäfen nach Russland drohte,
flackerte kurzeitig auch im kleinsten Bundesland ein kleiner
Funke des Widerstands.
Allzuleicht wird hier ausgeblendet, dass auf der anderen Seite der Weser zwischen Bremen und Bremerhaven bei Kleinensiel eine dieser latenten radioaktiven Zeitbomben unter ihrer Reaktorkuppel lauert. Sollte es dort einmal zu einem Super-GAU kommen, dann würde es sich an der deutschen Nordseeküste bis weit hinein ins niedersächsische Hinterland für niemanden mehr lohnen, noch ernsthaft über Pläne für die Zukunft nachzudenken.
Lubmin, Klappe: Die Zweite!
Proteste regen sich anderswo ... - Zum Beispiel innerhalb kürzester Zeit bereits zum zweiten Mal an der Ostseeküste bei Greifswald. Voraussichtlich in der Zeit um den 16./17. Februar herum soll im ursprünglich ausschließlich ostdeutschem Atommüll vorbehaltenen Atommülllager Nord (Zwischenlager Nord, ZLN) schon wieder ein neuer Castor-Transport aus dem Westen der Republik eintreffen - dieses Mal direkt aus Karlsruhe.
Merkwürdigerweise verwenden die Energiewerke Nord (EWN, bundeseigener Betreiber des Atommülllagers) immer noch den Begriff "Zwischen"-Lager, wenn sie von ihrem Atommülllager in der Lubminer Heide sprechen. Dabei hat der Haushaltsausschuss des Bundestags nach Aussage des Herrn Rittscher (EWN, Geschäftsführer) inzwischen eine bis 2080 reichende Finanzplanung bestätigt, derzufolge von 2013 bis 2080 eine weitere Milliarde Euro für den Betrieb des Atommülllagers nötig sein wird. Nach meiner Einschätzung wird das noch lange nicht der letzte Nachschlag für das Lager bei Lubmin gewesen sein (das trifft im übrigen auch auf alle anderen sogenannten Atommüll-"Zwischen"-Lager zu). Eigentlich hätte der Atommüll nur noch bis 2029 im ZLN gelagert werden dürfen.
Um die Versprechen und Beteuerungen der Politiker von gestern schert sich heute niemand mehr! Dabei wissen die schon jetzt nicht mehr, wo sie mit dem radioaktiven Schiet bleiben sollen. Wie denn auch! Es gibt dafür keine technisch und ethisch/moralisch vertretbare Lösung. Ich frage mich, wie es an der Atommüllfront wohl nach der zweiten und der was-weiß-ich-wie-vielten Laufzeitverlängerung ausehen wird? Ob sie dann noch immer geschäftige Betriebsamkeit vortäuschen werden, indem sie den Atommüll immer wieder von einem Atommülllager in das nächste verschieben? Ich werde das in meinem Leben mit Sicherheit nicht mehr erfahren.
Was niemand weiß macht niemanden heiß
Todeszone "AKW Unterweser" auf einer größeren Karte anzeigen.
Für weitere Details bitte in der Karte auf Ortsmarkierungen und "Luftlinien" klicken.
Proteste regen sich anderswo. "Störfälle" in Atomkraftwerken ereignen sich Harrisburg, im Atomkraftwerk Krümmel oder damals in demjenigen bei Tschernobyl, aber doch nicht in Bremerhaven. Das ist alles so weit weg ...
- Während einer Revision wurden im Atomkraftwerk Unterweser am 29.08.2010 drei Leckagen festgestellt (meldepflichtiges Ereignes, Meldekategorie "N", INES-Skala Stufe 0). Der Zeitplan für das Wiederanfahren konnte deshalb nicht eingehalten werden.
- Am 28.12.2010 wurden um 13 Uhr zwei von drei Reaktorschutzgrenzen erreicht, woraufhin sich die Anlage selbsttätig abschaltete (meldepflichtiges Ereignes, Meldekategorie "N", INES-Skala Stufe 0). Der Reaktor stabilisierte sich daraufhin im Anlagenzustand "unterkritisch heiß".
Wenn während einer Revision drei Leckagen entdeckt werden, dann heißt das im Umkehrschluss, dass das Atomkraftwerk Unterweser vorher während einer unbekannten Zeit mit mindestens drei undichten Stellen in Betrieb war. Mindestens deshalb, weil es in der Vergangenheit nicht nur einmal vorkam, dass Mängel bei Kontrollen übersehen wurden.
"Die Anlage hat bestimmungsgemäß reagiert" heißt immer wieder es in Fällen, in denen die Notfallsysteme eines Atomkraftwerks gerade noch einmal das Schlimmste verhindern konnten. Am 28.12.2010 hätte es offensichtlich nur noch eine weitere Schutzmaßnahme gegeben, falls eine oder beide Schutzmechanismen bei den vorhergehenden Grenzereignissen nicht ordnungsgemäß funktioniert hätten. Zumindest in diesem Fall wäre es dann nicht bei einer Meldung der Kategorie "N" geblieben. Ein "störungsfreier Betrieb" sieht jedenfalls anders aus.
Das Atomkraftwerk Unterweser liegt in einer Entfernung von 22 km von der nördlichen Stadtgrenze Bremens und 15 km vom dichtbesiedelten Stadtzentrum der Stadt Bremerhaven entfernt. Das ist alles andere, als "weit weg"! 2012 wäre es - wie im Atomkonsens von 2000 vereinbart - stillgelegt worden. Dank der ignoranten politischen Handlanger der Atomkonzerne werden wir möglicherweise noch bis mindestens 2020 neben diesem potentionellen atomaren Pulverfass sitzen - es sei denn, die wespenfarbene Bunderegierung scheitert mit ihrem Projekt "Laufzeitverlängerung" am Ende doch noch vor dem Bundesverfassungsgericht, oder die nächste Bundesregierung macht endlich Nägel mit Köpfen und widerruft alle Betriebsgenehmigungen für die Atomkraftwerke in Deutschland.
Es wäre so langsam an der Zeit, dass die Menschen an der Unterweser endlich aus ihrer Gleichgültigkeit erwachen. Bremen ist - wie auf der Karte eindrucksvoll zu sehen ist - keine atomkraftfreie Zone ... - auch wenn seine Bürger den Anschein erwecken, als lebten sie, was die Atomindustrie betrifft, im Land der Glückseeligen. Die möglichen Folgen der sogenannten "friedlichen" Nutzung der Atomenergie sind eine ständige Bedrohung unserer Gesellschaft.
Ich nehme die Entscheidungen der Bundesregierung, die sich im übrigen gegen die Mehrheit der Bundesbürger richtet, nicht einfach so hinnehmen. Wenn nicht wieder etwas dazwischen kommen sollte, werde ich im Februar zur Demonstration nach Greifswald fahren.
(Quellen: Anti-Atom Bündnis NordOst, Contratom, Wikipedia, Norddeutsche Neueste Nachrichten vom 26.12.2010, Goslarsche Zeitung vom 01.11.2010)
Dienstag, 4. Januar 2011
Schwere Streifen
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Stein mit Streifen
Es war der schöne Stein mit Streifen
für meinen Koffer etwas schwer.
Ich frage mich ob ohne Streifen
der Stein wohl etwas leichter wär?
Ich nahm sein Bild und hielt es fest.
Der Stein mit Streifen blieb am Strand.
Er schlief in seinem Seetangnest
bis ihn vielleicht ein and'rer fand.
Es war der schöne Stein mit Streifen
für meinen Koffer etwas schwer.
Ich frage mich ob ohne Streifen
der Stein wohl etwas leichter wär?
Ich nahm sein Bild und hielt es fest.
Der Stein mit Streifen blieb am Strand.
Er schlief in seinem Seetangnest
bis ihn vielleicht ein and'rer fand.
Foto: Digital image content © 1997-2007
Montag, 3. Januar 2011
Sie wollen Atomkraft für immer!
Internetseite den kostenlosen Download ihres
Dossiers "Strom ohne Atom" (Oktober 2010) an.
Sie schreibt dazu:
"Der Konflikt um die Atomkraft spitzt sich zu. Die Bundesregierung will die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängern. Damit gehorcht sie der Atomlobby. Angela Merkel gefährdet so auch die Zukunft der Erneuerbaren Energien in Deutschland.
Doch noch ist nicht aller Tage Abend. Millionen Menschen sagen »Atomkraft? Nein danke!« und fordern Strom ohne Atom. Publik-Forum hat zusammen mit attac, BUND, campact, der Evangelischen Studierenden-Gemeinde, der Katholischen Landjugend-Bewegung, Franz Alts Sonnenseite und X-tausendmalquer ein Kampagnen-Dossier erstellt.
Dieses Dossier entlarvt die Strategien der Atomlobby und benennt die Gefahren durch Atommüll und wachsende Unfallrisiken. Aber noch wichtiger: Es zeigt, wo die Vision »Strom ohne Atom« bereits gelebt wird und wie sie in ganz Deutschland verwirklicht werden kann."
In den frühen Morgengrauen des 6. September 2010 hatten die Spitzen von RWE, E.On, Vattenfall und EnBW mit der Bundesregierung vereinbart, dass die Betriebsgenehmigungen für ihre 17 Atomkraftwerke über die im Atomkonsens vereinbarten Fristen hinaus um 8 bis 14 Jahre verlängert werden. Kurz darauf müssen in den Zentralen der Konzerne die Sektkorken geknallt haben. Es ist wohl einer daraufhin einsetzenden Euphorie in den Chefetagen der Atomkonzerne zu verdanken, dass sich Herr Schmitz (RWE, Vorstandsmitglied) während des 5. Deutschen Energiekongresses in München in einem Anflug von Überheblichkeit verplappert hatte und die heimlich getroffene Vereinbarung innerhalb so kurzer Zeit publik wurde.
Das Dossier deckt die fatalen Abhängigkeiten der Politik von den Atomkonzernen auf und benennt die wahren Ziele Atomindustrie:
- "... Und niemand sage, in 25 Jahren sei endgültig Schluss. Kaum war die Tinte unter der Atomvereinbarung trocken, sagte RWE Vorstandsmitglied Rolf Martin Schmitz, dass man in acht Jahren wieder über das Thema werde reden müssen. Sie wollen Atomkraft für immer." *)
Sollten in acht Jahren immer noch CDU, CSU und FDP die Bundesregierung dominieren, dann werden die Atomkonzerne diesbezüglich ein leichtes Spiel haben. Bereits auf der zweiten Seite der Geheimvereinbarung wird deutlich wie sie bereits jetzt mit der Bundesregierung gespielt haben. Dort heißt es:
"Bundesregierung plant außerdem und unabhängig von diesem Vertrag eine Gesetzesinitiative zur Erhebung einer Kernbrennstoffsteuer nach dem Entwurf Kernbrennstoffsteuergesetz vom. Bundesregierung ist bekannt, dass EVUs und KKW-Betreibergesellschaften erhebliche Zweifel an rechtlicher Zulässigkeit der Erhebung einer Kernbrennstoffsteuer haben und dass sie nach ihrer Meinung schon aus aktienrechtlichen Gründen, unabhängig von diesem Vertrag rechtliche Schritte gegen dieses Gesetz und die Erhebung der Steuer vorbehalten müssen."
Die Brennelementesteuer ist eines der Zuckerstückchen, mit denen die wespenfarbene Bundesregierung uns Bürgern die "Laufzeitverlängerung" schmackhaft machen wollte. Mit ihrer Unterschrift unter dem Vertrag haben die Wespen jedoch bereits anerkannt, dass es sich bei dem Zuckerstückchen um nichts als heiße Luft handelt, die sich eines Tages als ein Sack voller saurer Zitronen entpuppen könnte.
Wenn dort ständig von "unabhängig von diesem Vertrag" die Rede ist, dann frage ich mich nämlich, was die entsprechenden Positionen überhaupt in diesem Vertrag zu suchen haben. Die einzige Erklärung, die mir dazu einfällen könnte wäre die, dass die vier Atomkonzerne damit vorsorglich große Teile des Vertrags schriftlich fixiert in Frage stellen, um die entsprechenden Passagen baldmöglichst ohne großen Aufwand aus dem Vertrag entfernen zu können. Damit ist der Vertrag von vornherein das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben wurde.
(Quellen: *)"Atom ohne Strom" Seite 3, Publik-Forum, LobbyControl, Vereinbarung zwischen Regierung und AKW-Betreibern)
Sonntag, 2. Januar 2011
2010: Globaler Hitzerekord

Die Häuser der Stadt spiegeln sich in den Pfützen des neuen Jahres
Das Jahr 2011 begann mit von den Dächern herabstürzenden Eisschollen und Schneemassen, und Cleo durfte ausnahmsweise einmal mitten auf der Straße Gassi gehen. Auf dem Bürgersteig hätte ich Angst um ihr Leben gehabt.
Dass diese Sorge nicht ganz unbegründet war, erfuhr meine Tochter in den frühen Stunden des Neujahr-Morgens am eigenen Kopf, den jetzt infolge des Aufpralls eines Eisklumpens eine Beule ziert.
Wenn man der Boulevardpresse Glauben schenken mag, dann könnte es jedoch passieren, dass sich am Ende heraustellt, dass das derzeitige Tauwetter zwischen den Jahren lediglich so etwas wie eine Warmzeit zwischen den Eiszeiten des Winters 2010/2011 sein könnte. Die Meteorologen halten sich bezüglich längerer Vorhersagezeiträume jedoch eher bedeckter.
Das wärmste Jahr
seit Beginn der Aufzeichnungen
Wie auch immer: Wer hierzulande angesichts des kalten Winters 2009/2010, sowie der frostigen Temperaturen dieses Winters mit - zumindest für Bremerhavener Verhältnisse - ungewöhnlich lang anhaltenden schneereichen Perioden meint, der Klimawandel sei Schnee von gestern, der irrt gewaltig. Die lokalen Wetter-Ereignisse in Deutschland und Europa täuschen nur allzuleicht darüber hinweg, dass das vergangene meteorologische Jahr 2010 bezüglich der globalen mittleren bodennahen Lufttemperatur das bisher wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen und das zweitwärmste bezüglich der Temperaturen in der mittleren Troposphäre war.
In einem Artikel in der "Klima Lounge" vom 19.10.2010 ist zu lesen, dass in Grönland Plus-Temperaturen verzeichnet wurden, während der Frost unser Land mit einer geschlossenen Schneedecke überzog. Modellrechnungen würden dafür sprechen, dass solche Wetterlagen durch den Eisschwund in der Barentssee begünstigt werden und daher infolge der Klimaerwärmung häufiger auftreten könnten.
Zum Weiterlesen:
Erderwärmung könnte Winter kälter werden lassen
(Quellen: Focus vom 27.12.2010, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Klima Lounge vom 19.12.2010 und vom 08.12.2010)
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