Donnerstag, 4. April 2013

Die Zukunft der Kinder und Enkel: Zu teuer?

Produktion von Fundamenten für Offshore-Windenergieanlagen in Bremerhaven
Vielen Herstellern von Photovoltaik-Anlagen ist in Deutschland bereits nach wenigen Jahren das Wasser abgegraben worden. Aufgrund politischer Entscheidungen der schwarz-gelben Bundesregierung zugunsten der Atomkonzerne und der Betreiber von mit fossilen Energieträgern befeuerten Großkraftwerken bei gleichzeitig wachsender Konkurrenz aus China waren sie nicht überlebensfähig.

Jetzt bläst die Verbraucherzentrale zum Angriff auf den nächsten, für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende notwendigen Industriezweig: Die Hersteller von Offshore-Windenergieanlagen. Sie fordert das Ende der Offshore-Windparks - aus Kostengründen. Und auch auf diesem Gebiet droht billige Konkurrenz aus China. Dagegen hilft nur qualitativer Vorsprung.

Dass der von der wespenfarbenen Bundesregieurng angerichtete Schaden bereits jetzt seine Wirkung zeigt - auch ohne die tatkräftige Mithilfe der Verbraucherzentrale - müssen Arbeiter bei in Bremerhaven ansässiger Windenergie-Hersteller bereits jetzt erfahren: Aufgrund gebrochener politischer Zusagen stocken die Aufträge. Ein Hersteller muss deshalb schon alle Leiharbeiter nach Hause schicken.
 
Die Energiewende kann nur dann gelingen, wenn alle verfügbaren erneuerbaren Energiequellen nutzbar gemacht werden. Auch wenn ich mir wünsche, dass der größte Teil der Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen einmal in der Hand der Bürger und Kommunen sein wird, müssen aus meiner Sicht unbedingt auch - soweit wie notwendig - die Offshore-Windparks als Bestandteil eines zukünftigen Energiemixes in einem dezentralen Verzorgungsnetzwerk genutzt werden.

Wer aus Kostengründen einen Bestandteil der verfügbaren erneuerbaren Energiequellen nach dem anderen aus dem "Energiemix der Zukunft" herausamputiert, der sabotiert das Generationenprojekt "Energiewende" - und verkauft die Lebensgrundlagen aller nachfolgender Generationen auf unserem gemeinsamen Planeten Erde. Unsere Generationen und die unserer Eltern und Großeltern haben uns an den kritischen Punkt der globalen mittleren Erwärmung gebracht, an dem wir jetzt stehen. Im Gegensatz zu den Generationen unserer Großeltern können wir uns nicht mehr damit herausreden, dass "wir davon nichts gewusst" hätten.

Wir stehen deshalb gegenüber den uns nachfolgenden Generationen in der Pflicht, nichts unversucht zu lassen, um die drohende Klimakatastrophe zu verhindern und alles dafür zu unternehmen, dass wir den Planeten am Ende unseres Lebens in einem bewohnbaren Zustand hinterlassen. "Umsonst" ist die Zukunft für unsere Kinder, Enkel und deren Kinder und Kindeskinder allerdings nicht zu haben.

Ähnlich äußert sich auch Herr Willmann (Bündnis 90 /Die Grünen, Mitglied der Stadtverordnetenfraktion und der Bremischen Bürgerschaft) in einer Pressemitteilung vom 03.04.2013 zu den Aussagen der Verbraucherzentrale (Zitat):
"Die Kritik der Verbraucherzentrale an den hohen Errichtungskosten für Offshore-Windparks ist ein Schlag ins Gesicht für jegliche Bestrebungen die fossilen Energieträger zu ersetzen und damit auch den zukünftigen Energiebedarf der nachfolgenden Generationen Klima- und umweltschonend zu gewährleisten.

Es ist unverantwortlich, welche Signale hier von Seiten der Verbraucherzentrale gestellt werden und damit weiter ein ganzer Industriezweig ins Schlingern gebracht wird! Es ist völlig unverständlich angesichts des Wissens über die laufenden Klimaänderungen, dem Erfordernis der Klimaanpassungsmaßnahmen und der Endlichkeit der vorhandenen fossilen Ressourcen jede Form der ökologischen und ökonomischen Innovationen totzureden.

Der beschlossene Weg zu einer Energiewende ist nicht mehr rückholbar! In der Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen müssen die von uns gesetzten Klimaschutzziele eingehalten und erreicht werden. Eine Versorgungssicherheit lässt sich nur im Mix erneuerbarer Energien schaffen, zu denen auch und unabdingbar die Offshore-Windkraft gehört. Jede neue Technologie hat hohe Einstandskosten, die sich erst in der Serienreife und optimierten Prozessen reduzieren. Dem Ausstieg aus der Atomenergie muss der konsequente Aufbau erneuerbarer Energien folgen. Und nebenbei, die Kosten für ein Watt Atomstrom thematisiert die Verbraucherzentrale ebenso wenig wie die weiteren Vergünstigen und Freistellungen der großen Energieverbraucher die weiter zur Energieverschwendung beitragen!"
Dem ist nichts weiter hinzuzufügen!


(Quellen: Bündnis 90/Die Grünen - Pressemitteilung vom 03.04.2013, CDU Bremen vom 03.04.2013, SPD Bremen vom 03.04.2013, Nordsee-Zeitung vom 03.04.2013, NDR vom 03.04.2013, Deutsche Welle vom 03.04.2013, Radioa Bremen vom 02.04.2013 und vom 03.04.2013, NWZ vom 02.03.2013, Weser-Kurier vom 02.04.2013, Ostsee-Zeitung vom 02.04.2013, Deutschlandfunk vom 02.04.2013, Windkraftanlage de)

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